23. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Lieber keine Ziele

Die Frage kennen wir alle: „Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen?“ Gehört zum Standard-Repertoire von Personalern und Trainern. Ziele, anspruchsvoll, aber erreichbar, sind wichtig, heißt es, sonst kommen wir nicht voran. Das stimmt, macht aber nicht glücklich, weiß der Neurobiologe. Und erklärt in der Wirtschaftswoche, warum das so ist (Ziele machen unglücklich).

Weil es zwei Möglichkeiten gibt: Entweder, wir erreichen das gesteckte Ziel nicht, dann sind wir unglücklich. Oder aber wir erreichen es, freuen uns kurz (aufgrund des Dopamin-Schubs), aber danach benötigen wir das nächste Ziel, um erneut dieses Glücksgefühl zu erreichen. Die Ansprüche steigen. Das kostet eine Menge Kraft und führt mitunter sogar zu einer Entlastungsdepression. Laut Studien sind zielstrebige Absolventen tatsächlich im Beruf erfolgreicher, was Geld und Karriere betrifft, aber gleichzeitig unzufriedener.


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Der Neurobiologe empfiehlt, sich lieber nicht permanent Ziele für die Zukunft zu setzen. Stattdessen lieber das, was man tut, so gut wie möglich zu tun. Dann kann man in der Rückschau sagen: „Ich habe mein Bestes gegeben!“ Und muss sich keinen Vorwurf machen, dass man ein gestecktes Ziel verfehlt hat.

Erinnert mich an meine Großmutter, die da sagte, man solle nie zu viel erwarten, dann könne man auch nicht enttäuscht werden. Ich fand den Satz immer doof. Aber vielleicht liegt ja die Betonung auf dem Wort „permanent“. Wer ständig und immer das nächste große Ziel anstrebt, der mag in der Tat nie zufrieden sein. Aber hin und wieder sich mal etwas vornehmen, wohl wissend, dass danach erst mal eine Leere einsetzen wird – das wäre doch die Alternative.

So in etwa wird ein Schuh draus. Lassen Sie sich nicht erzählen, sie benötigen andauernd ein Fünfjahresziel. Dann laufen Sie vermutlich wirklich ständig auf Hochtouren. Vor allem sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es noch so schön sein mag, am Ziel zu sein – danach wird erst mal Ernüchterung eintreten. Wer darauf vorbereitet ist und sich dann bewusst eine Pause gönnt, der sollte vor den Entlastungsdepression gefeit sein.

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