12. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Langweilig, eklig und minderwertig?

INSPIRATION: Mein Video zum Thema „Muss Arbeit glücklich machen“ ist zwei Jahre alt, die Frage begegnet mir aber immer wieder und offenbar nimmt das Thema an Bedeutung zu. Vor allem getrieben durch junge Menschen. Und durch Idole, die ihnen genau das predigen. Kennen Sie auch die Rede von Steve Jobs, in der er Absolventen empfiehlt, nach dem zu suchen, was sie lieben? Und damit nicht aufzuhören, bis sie es gefunden haben.

In der letzten Zeit mehren sich die Artikel mit dem Tenor, dass man lieber nach dem schauen sollte, was man gut kann – und vermutlich wird man damit dann auch deutlich zufriedener in seinem Leben sein. Wobei ich vermute, dass es vielleicht so ist: Wer auf der Suche der der wahren Berufung, dem ultimativen Glück im Beruf ist, der orientiert sich häufig an anderen als Vorbild. Wer hingegen auf seine eigenen Fähigkeiten und Stärken schaut, der wird genau darin gut werden – und dann seine Berufung finden.

Aber zurück zum Thema, ob Arbeit überhaupt glücklich machen muss. Die Wirtschaftswoche hat drei Menschen begleitet, deren Tätigkeiten alles andere als verlockend klingen: Einen Gerichtsmediziner, der Leichen obduziert, einen Museumswärter, der darauf achtet, dass niemand die Kunstwerke anfasst, und einen Müllwerker, der schwere Tonnen schleppt und bei Regen von außen und innen nass wird (Eine Frage der Einstellung).

Allein die Vorstellungen, Leichen zu öffnen, dürfte die meisten Menschen abschrecken. Der Mediziner in dem Beitrag erträgt so manches, weil er einen Sinn in dem sieht, was er tut. Es ist „Teil eines wichtigen Lösungsprozesses“. Wenn er dann noch richtig gut in seinem Job ist, dann kann man hier durchaus verstehen, warum er seine Arbeit gerne macht.

Der Müllwerker, der hier zitiert wird, weiß vor allem die Kollegen zu schätzen, die anderen, die einen auffangen, wenn man mal einen schlechten Tag erwischt hat. Ein bekannter Faktor in Sachen beruflicher Zufriedenheit: Kollegen! Das mit dem Wert der Arbeit würde hier sogar auch noch passen, zumindest gelingt das ja bei den Müllwerkern in Berlin.

Aber der Museumswärter? Kann man sich etwas Langweiligeres vorstellen? Tatsächlich erzählt derjenige, dass es Tage gibt, an denen wenig passiert und solche, an denen gar nichts geschieht. Wie hält man das aus? In diesem Fall wird beschrieben, dass der Vergleich mit der Vergangenheit hilft, die bei ihm deutlich schlecherte Jobs bereithielt. Aber einzig und allein durch das Wissen, dass es schon mal schlechter war, motiviert zu bleiben, erscheint mir arg wenig. Ob da die Sicherheit des Jobs, die Bezahlung oder die regelmäßigen Arbeitszeiten genügen?

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