INSPIRATION: Den unter Stress und Druck Leidenden werden aus dem Umfeld oft kluge Vorschläge zur Abhilfe gemacht. Viele davon sind Ammenmärchen, die wissenschaftlich nicht erforscht sind. Oder es handelt sich um mehr oder weniger legale Drogen. Was bringt’s?
Mitarbeiter klagten zwar schon länger allgemein über Stress, aber in den letzten Jahrzehnten hätten auch die geistigen Arbeitsanteile bei vielen Jobs zugenommen. So Autor Christian Gärtner, seines Zeichens Professor für HR-Management und Digitalisierung an der Hochschule München (Kognitive Leistungssteigerung – mit und ohne Drogen). Als Rettungsanker böten sich vielen Menschen allerlei Drogen und weitere Maßnahmen an. Der Trend wird dann neudeutsch gerne als „Neuro-Enhancement“ bezeichnet, was etwas verharmlosend klingt. Der Autor kategorisiert und diskutiert die Vorschläge – weniger abgehoben als „Gehirndoping“ klassifiziert – mit wissenschaftlichem Blick auf vier Ebenen:
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Verhaltensweisen
- Ausreichend Schlaf: Das ist wissenschaftlich erwiesen – und legal.
- Geistiges Aufwärmen: Das ist nicht nur beim physischen Sport wichtig. Die tägliche 13-Minutenmeditation, ebenfalls eine erforschte Methode, ist hier eine gute Übung.
- Konzentrationsübungen: Die 40-Hertz-Klangdusche oder auch weißes Rauschen, alles inzwischen per App verfügbar, sind hilfreich und wissenschaftlich belegt.
- Wachmacher nutzen: Statt kalt zu duschen, reicht es auch, den Arm in Eiswasser zu legen. Dann wird Adrenalin ausgeschüttet. Viel zu trinken, erzeugt Druck auf der Blase, das lässt einen nicht einschlafen. Und die Positionierung des Bildschirms leicht oberhalb des Kinns regt die Augenmuskulatur an.
Ernährung
- Ausgewogene Ernährung: Das ist die Basis. Insbesondere sollten industriell verarbeitete Lebensmittel gemieden werden. A-, B- und E-Vitamine seien zwar relevant, ob eine zusätzliche Einnahme aber die Leistungsfähigkeit steigert, ist bislang unklar.
- Nahrungsergänzungsmittel: Wenig hilfreich sind Cocktails solcher Mittel. Nur mit einzelnen Mitteln kann man individuell und verlässlich die Wirkung testen.
- Koffein: Es steigert – in Maßen genossen (1-3 mg pro Kilo Körpergewicht) – nachweislich die kognitive Leistungsfähigkeit; allerdings nur bei mittelschweren Aufgaben.
Medikamente und Drogen
- Pharmaka: Vigil und Co. können die Daueraufmerksamkeit, Genauigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit nach einem langen Arbeitstag verbessern. Die Substanzen wirken ähnlich wie Koffein. Allerdings profitieren davon vor allem Menschen mit n…
