24. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Sacken lassen

PRAXIS: Wer Ärger und andere negativen Gefühle in sich hinein frisst, dem platzt irgendwann der Kragen. Und riskiert damit, beruflich ins Abseits zu geraten. Denn wer seine Gefühle nicht im Griff hat, der wird schlechter beurteilt und langsamer befördert. Wohin aber dann mit seinen Gefühlen?

Tatsächlich sind Wutausbrüche am Arbeitsplatz, Türe knallen und das Anbrüllen von Kollegen ein Grund zur Abmahnung, wie ein Arbeitsgericht schon mal festgestellt hat. So manch einer lässt den Ärger dann an anderer Stelle raus, was auch nicht die Lösung ist.


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Studien zeigen, dass Menschen, die es erst gar nicht so weit kommen lassen, in der Lage sind, „Probleme offen und unaufgeregt anzusprechen…“ (Wer länger schweigt, dreht früher durch) Womit die Antwort schon auf der Hand liegt: Statt auszurasten, rechtzeitig sagen, was einen beschäftigt. Klingt so einfach, ist es aber für viele Menschen offenbar nicht. Kleine Anlässe für Ärger sind ihnen eben nicht der Rede wert, sie wollen keine Auseinandersetzung wegen einer Kleinigkeit riskieren.

Wenn dann der große Knall kommt, ist das Umfeld geschockt und kann kaum nachvollziehen, was genau diesen Ausbrauch eigentlich bewirkt hat. In der Regel ist der konkrete Anlass dann ja auch eine Kleinigkeit, die den Wutanfall kaum erklären kann.

Die Tipps der Experten: Es gilt zunächst zu verstehen, was hinter den Ausbrüchen steckt. Wer bemerkt, dass es in ihm brodelt, könnte sich fragen, was es eigentlich ist, das ihn so in Wallung bringt. Wer seine eigene Unzufriedenheit versteht, kann das Problem eher kommunizieren. Wenn der Kollege also regelmäßig seinen Müll auf meinem Schreibtisch ablädt, dann muss ich erst mal selbst begreifen, was mich daran eigentlich ärgert. Wenn mir klar wird, dass es weniger mit Ordnung oder Sauberkeit zu tun hat sondern mit fehlendem Respekt, mit der Überschreitung von Grenzen und mir dann bewusst wird, dass es mein Bedürfnis nach  Respekt ist, das hier nicht erfüllt wird, kann ich das Problem auch so benennen. Auch keine leichte Sache.

Und dann gibt es Situationen im Job, die auf diese Weise meist auch nicht gelöst werden können. Wenn mir zum Beispiel die Art und Weise einer Besprechung immer mehr widerstrebt, dann gehört schon eine Menge Mut dazu, das in der Gruppe offen anzusprechen. Da hilft es vielleicht eher, die Ärger auslösende Situation zu meiden. Sich also zu fragen, ob ich tatsächlich dabei sein muss, ob ich Dinge an andere delegieren oder sogar das Umfeld ganz verlassen kann. Ich war eine Zeit im Vorstand eines Sportvereins und habe versucht, die Art der Entscheidungsfindung und Diskussion in selbigem zu ändern. Es war schließlich ungemein erleichternd festzustellen, dass ich prima ohne diese Funktion und Aufgabe leben und relativ entspannt mein Amt niederlegen konnte.

Und dann ist da noch die akute Situation, in der man zum Beispiel in einem Gespräch merkt, wie einem „die Galle hochkommt“. Auch hier wäre es hilfreich, wenn man unter einem Vorwand erst mal das Gespräch beendet und sich zurückzieht. Die Variante für Fortgeschrittene wäre, dem Gesprächspartner mitzuteilen, dass man gerade emotional ziemlich angefasst ist und das Gespräch erst einmal sacken lassen muss. Anschließend hilft vor allem Bewegung.

Ein letzter Tipp für alle, die solche Ausbrüche aus ihrer privaten Beziehung kennen: Hier könnte man mit dem Partner ein Stopp-Signal vereinbaren – ein Wort, ein Zeichen, was auch immer, das dann zum Einsatz kommt, wenn der Partner in  Wallung gerät. Die Vereinbarung lautet dann, dass der Wütende erst einmal wortlos den Raum verlässt und wieder herunter kommt. Zum Beispiel durch Bewegung oder was auch immer ihm gut tut.

Übrigens gelten viele der Hinweise natürlich auch für andere heftige Emotionen, also zum Beispiel wenn jemand dazu neigt, nach einer längeren Zeit des Ertragens in Weinen auszubrechen.

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