12. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Schlüsselkonzepte im Coaching

REZENSION: Siegfried Greif / Heidi Möller / Wolfgang Scholl (Hrsg) – Handbuch Schlüsselkonzepte im Coaching. Springer 2018.

Das Handbuch „Schlüsselkonzepte“ ist ein dicker Wälzer. Dieses äußere Erscheinungsbild spiegelt auch die inhaltliche Schwere wieder. Es handelt sich um eine Sammlung von insgesamt 70 Beiträgen zu Themen aus der Coachingwelt. Hier jedoch allesamt mit hohem wissenschaftlichen Angang. Die Branche versucht ja seit Jahren schon, mehr Wissenschaftlichkeit zu erreichen, viele Studien, Dissertationen und Fachbücher sind bereits erscheinen. Das Handbuch startet den Versuch (!) diese bisher wenig strukturierte Menge an wissenschaftlich Erzeugtem zugänglich zu machen.


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Der Versuch einer Systematisierung, eine Einbettung in eine Art Metatheorie einer Beratungswissenschaft „Coaching“ ist bisher äußerst schwierig und ist womöglich ein nicht zu erreichendes Ziel. So bleibt auch hier eine geradezu erschlagende Menge an klugen Beiträgen, allesamt in wissenschaftlichem Duktus und eben solcher Zitierweise verfasst.

Die Struktur

Die Beiträge sind einheitlich strukturiert, sind im Schnitt 6 bis 10 Seiten lang (eng in zwei Spalten gedruckt), komprimiertes Wissen eben. Die Spannbreite ist groß: Coachinprozess und Profession, Merkmale und Veränderung von Individuen, Führung und Gruppen, Organisation und Gesellschaft sind die Themencluster. Viel Basiswissen und Grundsätzliches ist dabei, aber auch spezielle Themen finden sich hier: Burnout, Supervision, psychische Störungen, Metaphern, Familienunternehmen, etc.

Die Beiträge sind alphabetisch sortiert – ich hätte eine Zuordnung zu den Themenclustern besser gefunden. Aber als Handbuch gesehen, bei dem man immer einzelne Beiträge lesen kann, nachvollziehbar. Allen voran steht aber ein erster Beitrag, der die Idee dahinter erläutert: Mehr Wissenschaftlichkeit im Coaching, mehr Wissen dazu zu verbreiten, die Entwicklung hin zu einer Beratungswissenschaft gezielt voranzutreiben. Gleichzeitig versteht das Herausgeberteam das Ganze als fortlaufendes Projekt, das heißt, Erweiterungen, weitere Beiträge – auch über Internet – sind geplant.

Fazit: Ein Buch, das beeindruckt und ein Füllhorn ist – einerseits. Andererseits keine leichte Lektüre, alle Artikel sind explizit im wissenschaftlichen Stil gehalten, was der Klarheit nicht immer dienlich ist. Manches, was man schon kennt, scheint dann auch wissenschaftlich „aufgehübscht“ – mehr Wissen oder Erkenntnis schafft es aber nicht unbedingt. Mir fehlt da insgesamt Struktur bei der Themenfülle, es gibt keine Beiträge zu den „Haupt-Schulen“ im Coaching, wie Systemisches Coaching, hypnosystemisch, Kurzzeitcoaching, NLP, Wingwave, Strukturaufstellung etc. Für mich würde das in ein Handbuch „Schlüsselkonzepte“ unbedingt hinein gehören. Denn hier haben wir 70 Einzelbeiträge zu 70 einzelnen Themen/Aspekten etc., die alle zum Coaching gehören. Ein Gesamtbild kann man sich so nicht machen. Aber das ist vielleicht auch nicht die Aufgabe eines Handbuchs.

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