2. März 2024

Das Beste aus der Fachliteratur

Schrottwichteln

PRAXIS: Ein bekannter Spaß zum Jahresende: Jeder bringt einen Gegenstand mit, den er loswerden
möchte und legt ihn hübsch verpackt auf einen Haufen. Anschließend werden die
Geschenke verlost und ein anderer darf sich an dem „Geschenk“ erfreuen. Für ein Seminar
wird daraus ein sehr schöne Reflexionsübung.

Jeder von uns hat Eigenschaften, Angewohnheiten, Verhaltensweisen, Glaubenssätze, die
er gerne loswerden möchte. Die Teilnehmer werden gebeten, sich für das, was sie gerne
„abgeben“ möchten, einen Gegenstand zu suchen, der symbolisch für eben diese Eigenschaft
oder das Verhalten steht. Diese Aufgabe kann auch schon mit der Einladung vergeben werden,
so dass die Teilnehmer den „Stellvertreter“ zum Seminar mitbringen. Gut hierfür eignen sich Bilder.


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Schon das Auswählen von Gegenständen oder Bildern kann bereits „befreiend“ sein, der
Betreffende setzt sich mit seinem Problem auseinander und packt es in den „Stellvertreter“.
Alle Gegenstände werden wie beim Schrottwichteln auf einen Tisch gelegt. Um dem Ganzen
eine gewisse Atmosphäre zu verleihen, ist dieser hübsch dekoriert. Um welches Problem
es sich handelt, bleibt das Geheimnis seines Trägers.

Dann zieht jeder Teilnehmer ein Los (gehört dieses zu seinem eigenen Gegenstand, legt er
es wieder zurück und zieht ein neues). Anschließend hat er die Aufgabe, das Geschenk in
höchsten Tönen zu loben, seine Vorteile zu preisen und zu erklären, warum es für ihn
besonders wertvoll ist, wofür er es verwenden kann und welchen Nutzen es hat.

Handelt es sich um lauter Bilder, lautet die Aufgabe, den Wert des Bildes zu erläutern,
warum es sich um besonders beeindruckende und wertvolle Kunst handelt. Eine Variante des
Spiels ist, daraus eine Art Verkaufsshow zu machen oder eine Shopping-Party. Dann versuchen
die Teilnehmer, die Gegenstände anderen Teilnehmern besonders schmackhaft zu machen und
„an den Mann zu bringen“. Damit können dann zusätzlich noch Improvisationskunst, Rhetorik
und Überzeugungskraft trainiert werden.

(nach: Horst Lampert: 52 agile Seminarmethoden. Junfermann 2019 S.50-52)

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