17. Juli 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Sechs-Wörter-Methode

PRAXIS: Können Sie Ihr Leben in einer Abfolge von sechs Wörtern darstellen? Oder die Philosophie Ihres Unternehmens? Vermutlich schütteln Sie das nicht so aus dem Ärmel wie Ernest Hemingway, der angeblich einmal aufgefordert wurde, eine Geschichte in sechs Wörtern zu erzählen und dies wie folgt meisterte: „For sale: Baby shoes, never worn“ (Zu verkaufen, Baby Schuhe, nie getragen).

Beispiele für Lebensgeschichten in dieser Kürze bietet der Beitrag in der people&work (Wortspiele: Mit sechs Wörtern unterschiedlichste Ziele erreichen) auch, z.B.: „Learning disability, MIT, Never give up“ (Joe Keselman). Wie das nun zu einer Übung in Workshops, Meetings oder sogar Großgruppen wird?


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Mal angenommen, es geht um die Kampagne für ein neues Produkt, um die Kernaufgabe Ihres Teams, um das, was Ihren eigenen Job auszeichnet. Vielleicht sollen Sie eine Veranstaltung moderieren, bei denen die verschiedenen Geschäftsbereiche sich präsentieren wollen. Auch denkbar: Sie haben eine neue Dienstleistung entwickelt, die nicht so einfach zu beschreiben ist. Oder sie möchten im Unternehmen etwas verändern und wollen den Zielzustand anschaulich darstellen. Oder einen nur schwer zu definierende Begriff fassbarer machen (z.B. Nachhaltigkeit oder künstliche Intelligenz).

Hier hilft die Sechs-Wörter-Methode, sich zu fokussieren, neue Blickwinkel zu erlangen, kreative und neue Ansätze zu finden.

Eine Vorgehensweise

  • Jeder Teilnehmer sammelt drei Minuten lang still für sich so viele Begriffe zum Thema wie möglich, notiert sie wahllos auf einem Zettel.
  • Anschließend wählt er hieraus die sechs Wörter aus, die ihm am besten zu passen scheinen, und bildet hieraus eine Reihenfolge.
  • Danach werden Paare gebildet. In diesen Paaren liest erst der eine Partner seine sechs Begriffe vor und bittet die andere, hieraus eine Geschichte zu erzählen, die ihr dazu einfällt. Er hört nur zu und kommentiert diese nicht.
  • Nun liest der andere seine sechs Wörter vor und sein Gegenüber erzählt die Geschichte, die sich ihm hieraus erschließt.
  • Schließlich diskutieren beide die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede und welche Erkenntnisse sie hieraus für das weitere Vorgehen mitnehmen

Geht es darum, sich im Team auf ein Ergebnis zu einigen, kann der Ablauf natürlich auch variiert werden. So könnten die Paare sich auf eine gemeinsame Sechs-Wörter-Geschichte einigen, sich dann mit einem weiteren Paar zu viert zusammenschließen, aus den beiden neuen Geschichten eine weitere entwickeln usw.

Oder aber man arbeitet mit einem Brainstorming in Kleingruppen, in denen Begriffe zu einem Thema gesucht und notiert werden. Sodann einigt sich die Kleingruppe auf sechs Begriffe, die dann im Plenum vorgestellt und mit denen der anderen Gruppen auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht werden. Die einzelnen „Geschichten“ können auch in Bildern, kurzen Szenen oder kleinen Videos präsentiert werden.

Hat mich übrigens gereizt, eine eigene „Lebensgeschichte“ zu verfassen. Spannend. Erst entstanden viele Begriffe aus meiner Kindheit wie Garten, Klavier, Bücher, Holland, Training, dann aus meinem Berufsleben wie Internet, Konzern, Selbstständigkeit, Moderation, und das Ergebnis sah plötzlich ganz anders aus: „Pläne schmieden / Menschen inspirieren / Verstehen ermöglichen“.

(Nach: Barbara Müller-Christensen / Sabine Reisiger – Wortspiele: Mit sechs Wörtern unterschiedlichste Ziele erreichen. people&work 06/2023 S. 36-39)

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