18. Juli 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Sich unangenehme Dinge sagen

INSPIRATION: Eine Führungskraft bei der Telekom erzählt, was sich konkret in ihrem Berufsalltag geändert hat, seitdem sich das Unternehmen „New Work“ auf die Fahnen geschrieben hat. Wie zu vermuten sind diese Erfahrungen nicht ganz schmerzfrei, und der Weg scheint noch weit zu sein.

In der Ausgabe des Personalmagazins mit dem Schwerpunkt „New Work“ findet sich dieser kurze Text, der Autor hat eine Führungskraft bei der Telekom gefunden, die von ihren recht persönlichen Erlebnissen erzählt (Locken sind schlecht fürs Geschäft). Hintergrund der Geschichte: Der Leiter der IT (Chief Information Officer) hatte eine Krise in seinem Bereich ausgemacht. Offenbar hatte man den Bereich bis an seine Schmerzgrenze so sehr „optimiert“, dass die „Liefer- und Leistungsfähigkeit“ gelitten hatte. Die Folge waren „mangelndes Vertrauen der Führungskräfte in ihre Mitarbeitenden, was selbstverantwortliches Arbeiten verhindert. Stattdessen: Hierarchie und Bürokratie.“


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In dieser Situation trat Katja Drechsler ihre neue Aufgabe als „Senior Chapter Coach“ an und stellte fest, dass sie mit der Aufgabe überfordert war. Sie zog sich zurück und versuchte, sich erst einmal viel Wissen anzueignen. Bis ihr Chef sie fragte, was los sei. Es folgte ein Feedback-Gespräch, das „weh tat“ und mit der Aufforderung endete, „endlich zu handeln“. Sie erkannte, dass sie sich über viele Jahre einfach den gängigen Spielregeln der Hierarchie angepasst hatte, mit solch bitteren Erfahrungen wie z.B. dass sie ihre Haare zusammenbinden solle, weil Locken schlecht für das Geschäft seien. Führungskräfte waren Vorgesetzte, die Rangordnung war klar.

Dem entgegen stand die Vorstellung einer Arbeitswelt, in der man wirklich zusammen arbeitet und „gemeinsam als Team“ wächst. Was wiederum bedeutet, dass man als Führungskraft akzeptiert, dass es eben nicht nur einen (den eigenen) Weg zum Erfolg gibt, und dass Mitarbeiter durchaus auch über andere Lösungsansätze zum Ziel kommen. So etwas auszuhalten dürfte in der Tat für die meisten Führungskräfte schwer sein. Dass sie auf einem guten Weg war, merkte sie in einer weiteren, wieder schmerzhaften Begegnung. Eine Mitarbeiterin erklärte ihr: „Wenn du so weiter machst, machst du mich krank!“ Gemeint waren ihre hohen Erwartungen. Es war aber genau diese Rückmeldung, die ihr zeigte, dass das notwendige Vertrauen vorhanden war, sich auch unangenehme Dinge sagen zu können. 

Inzwischen gibt es solche Rückmeldungen offenbar auch im Führungskreis. Dort trifft man sich zum Gruppenfeedback, und das sei am Anfang „ein ziemlicher Krampf gewesen“. Nun soll es schon besser laufen, auch hier würde so manch Unangenehmes geäußert werden können, man sei aber noch immer im Prozess.

Klingt so, als habe sich etwas bewegt und die Vision von Begegnungen auf Augenhöhe ist nicht ganz utopisch. Ermutigend.

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