27. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Trauer-Coaching

WEBTALK: Wie geht’s? Gut! Auf die Frage werden keine anderen, vor allem: keine nicht-guten Antworten erwartet. Dabei gibt es auch im Business-Alltag allen Grund für schlechte Nachrichten. Es läuft nicht alles glatt im Business. Hinter der schönen Schauseite spielen sich oft genug Dramen ab. Ein Kollege kommt plötzlich bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Der Chefin stirbt der Ehemann weg. Die Frau vom Kollegen P. hat erneut eine Fehlgeburt erlitten. All das ist Alltag. Hinzu kommen gescheiterte Projekte. Das Aus für das lang gelaufene und liebgewonnene Produkt X. Vielleicht sogar die Insolvenz … So stellt sich die Frage: Wie gehen wir im Business mit solchen Dingen um. Sprechen wir darüber? Und wie? Trauern wir? Und wie? Jeder für sich im stillen Kämmerlein? Oder hat Trauer Platz im Unternehmensalltag? Gibt man ihr Raum? Darf man sie leben? Und wie? Was ist hilfreich dabei? Und all die Emotionen, die Unsicherheiten …

Trauern ist ein Verb, sagt Ruth Pink. Die Diplom-Politologin arbeitet seit mehr als 15 Jahren als Konflikt-Coach. Seit 2018 begleitet sie Betroffene in ihrem Trauerprozess. Ihr Credo: Trauern ist eine zutiefst menschliche Reaktion auf Verlust und Schmerz. Häufig ist im Unternehmen gar keine oder nur eine sehr kurze Zeit zum Trauern vorgesehen, so ihre Erfahrung. Das ist einerseits verständlich, Trauer wird zumeist als „private“ Angelegenheit angesehen. Doch wenn zu rasch zum Tagesgeschäft übergegangen wird, bleibt vieles auf der Strecke, was für den Teambuildings-Prozess hilfreich sein könnte. Um diese und andere Themen geht es in unserem Gespräch, als da wären:

  • Trauern privat und im Unternehmen: Gemeinsamkeiten und Unterschiede?
  • Haben wir das Trauern verlernt? Oder sind wir bloß unsicher geworden? Was sind die Konsequenzen, wenn wir Trauern im Unternehmen ausblenden?
  • Wie schaffen wir es, schwierige Themen wie Trauer & Tod im Unternehmen angstfrei zu kommunizieren?
  • Haben sich Trauerrituale – man denke an Corona-Erfahrungen oder an Möglichkeiten einer „digitalen Ewigkeit“ im Internet – mit der Zeit verändert?
  • In den Religionen wird viel mit Symbolen und Ritualen gearbeitet. Was kann man davon lernen für den Umgang mit dem Thema in der Teamarbeit oder der Organisationsentwicklung? Denn der Umgang mit Trauer ist ein organisationskulturelles Thema.
  • Welche guten und angemessenen Möglichkeiten gibt es, firmenintern zu trauern? Wie kann man angemessene „Trauer-Etikette“ im Unternehmen umsetzen? Was wären schöne, gute Beispiele?
  • Das Thema Trauer im Coaching: Welche speziellen Kompetenzen benötigen Coaches?
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Ein Gedanke zu “Trauer-Coaching

  1. Ein wichtiger und guter Beitrag. Was mir fehlt:
    – Tod ist in Deutschland noch ein Tabuthema, der Umgang wird als extrem schwer empfunden. Es ist daher nicht die Hilflosigkeit der Führungskräfte/der Firmen bei der Konfrontation mit Tod eines Mitarbeiters – zu vergessen.
    – Bei Mitarbeitern und sonstigen Beteiligten, bes. bei Personen die einen Menschen verloren haben, kann große Wut hochkommen. Die sieht zunächst öfter als – nicht mit dem Verlust im Zusammenhang stehend aus – ist aber ein „Produkt“ der Trauer. das benötigt fachliche und sensible Coaches.!
    (Hier muss ggf. auch mal ein „Machtwort“ gesprochen werden – als notwendige Hilfestellung.)
    – Trauer hat im Übrigen nicht nur etwas mit Tod zu tun. Es gibt unsagbare viele (auch verborgene) Verluste – viele Altschäden, die auch durch das Thema Tod, selbst wenn es einen nicht selbst direkt tangiert / betrifft., aufploppen.
    – Ich versuche bei meinen betreuten Firmen grundsätzlich Sensibilisierungen in der Führungsetage zu erreichen. Auch den Mut zu Gefühlen zu zulassen. Das ist teils Vielen neu, suspekt, aber erreichbar. Manchmal klappt es.
    Aber Elternhäuser, Schulen, Unis etc. sind da im Vorfeld extrem kontraproduktiv.
    Ursula Wolters Das Kölner Dozententeam für Seminare + Coaching – Buchautorin / Systemisch lösungsorientierter Coach

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