4. März 2024

Das Beste aus der Fachliteratur

Variationen der Kartenabfrage

PRAXIS: Die klassische Kartenabfrage ist durchaus nicht so teilnehmerorientiert, wie sie sich gibt. Die Choreografie ist vorgegeben, der Moderator hält die Zügel straff in der Hand, die Spielregeln sind nicht selten starr und führen zu einer eher technischen Abwicklung als zu einem kreativen Prozess. Wie wäre es, hier einmal zu variieren, und zwar so, dass die Teilnehmer mehr Einfluss auf das Geschehen haben?

Beispiele:


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  • Der Moderator verteilt keine Karten, sondern legt einen großen Stapel in die Mitte des Raumes, jeder bedient sich nach Bedarf.
  • Nicht der Moderator sammelt die Karten ein und heftet sie nach jeweiligem Verlesen der Inhalte an, sondern er fordert die Teilnehmer auf, aufzustehen und die Karten selbst anzupinnen. Wie sie dies machen, bleibt ihnen überlassen.
  • Auch das mühsame Clustern (jede Karte wird einzeln diskutiert) kann man der Gruppe überlassen. Eine leere Pinwand wird neben die gefüllte gestellt, dann wird die Gruppe aufgefordert, die Karten zu sortieren.
  • Das Gewichten und Bewerten der gefundenen Themen geschieht in der Regel durch Ankleben von Punkten. Eine Alternative ist, die Themenstapel im Raum verteilt auf den Boden zu legen und dann die Teilnehmer zu bitten, sich zu dem Thema zu stellen, an dem sie weiterarbeiten möchten. Kann sich jemand nicht entscheiden, stellt er sich zwischen zwei Themen. Haben sich alle aufgestellt, entscheidet man gemeinsam, wer sich mit welchem Thema beschäftigt.

All das sorgt für viel Bewegung, zwischenzeitliches Chaos und für Kontrollverlust – aus Sicht des Moderators. Aber wer der Gruppe vertraut, wird hier schnell feststellen, dass es sich lohnt.

(nach Bernd Weidenmann: Teilnehmer an die Pinwand, managerSeminare 4/2001, S.
66-68)

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