INSPIRATION: Sie sind nicht zu beneiden, die Führungskräfte. Überall sollen sie sich verändern, nicht mehr anweisen und kontrollieren, sondern nur noch coachen, entwickeln, fördern und moderieren. Und dann kommt auch noch die Corona-Krise, und sie selbst und ihre Mitarbeiter arbeiten plötzlich im Homeoffice. Vor welche Herausforderungen sie das nun stellt, wird im Personalmagazin beschrieben (Grundbedürfnisse als Gradmesser). Hier kommen sie:
- Sie müssen vertrauen, mehr denn je. Wenn die Mitarbeiter nicht mal eben überrascht werden können, weil sie direkt nebenan sitzen, bleibt den Führungskräften nichts anderes übrig als zu vertrauen. Für manche vielleicht eine ganz neue Erfahrung.
- Es braucht bei allem Vertrauen dennoch klare Regeln, z.B. wie man miteinander kommuniziert und wann. Übrigens scheint das sogar besser zu funktionieren als bei Besprechungen, bei denen alle in einem Raum sitzen. Virtuelle Konferenzen disziplinieren.
- Führungskräfte sollten sich gut in der digitalen Welt auskennen und über die neusten technischen Entwicklungen informiert sein. Und sich auch mit neuen Formen des Netzwerkens auskennen, z.B. auf den unterschiedlichen Online-Plattformen.
- Sie sollten noch mehr als zuvor die menschlichen Grundbedürfnisse der Mitarbeiter berücksichtigen. Warum das? Weil Krisenzeiten immer Zeiten der Unsicherheit sind. Und Menschen brauchen Sicherheit, Orientierung, Transparenz und Sinn. Hierfür können Führungskräfte sorgen
- Um in Krisenzeiten verantwortlich handeln zu können, brauchen auch Führungskräfte etwas, an dem sie sich orientieren können, und das sind ihre eigenen Werte als innerer Kompass. Mit diesen sollten sie sich intensiv beschäftigen, hier können auch Seminare und Workshops im Rahmen der Führungskräfteentwicklung helfen. Die Beschäftigung mit klassischer Literatur, Kunst und wissenschaftlichen Erkenntnissen tut ein Übriges.
Überraschung …!
Ich bin bei derartigen Forderungen immer wieder überrascht oder inzwischen auch ziemlich desillusioniert. All das klingt wie die Forderung, mehr von dem zu tun, was schon immer richtig war. So wie Mediziner Menschen schon immer erklärt haben, dass es wichtig ist, sich regelmäßig zu bewegen oder sich ausgewogen zu ernähren und nun verkünden, dass es in Zukunft noch wichtiger sei.
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Wir glauben an die unbegrenzten Entwicklungsmöglichkeiten von Menschen, Strukturen und Prozessen. Unsere Mission ist es, Personen und Unternehmen bei dieser Entwicklung zu begleiten und sie dabei zu unterstützen, ihre Ziele zu erreichen.
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Es braucht also klare Regeln bei virtuellen Besprechungen? Die brauchte es vorher auch. Führungskräfte sollten auf dem aktuellen Stand der Technik sein? Wann sollten sie das nicht? Sie sollten Rücksicht auf die menschlichen Bedürfnisse nehmen? War das bisher nicht so? Und sie sollten sich mit ihren eigenen Werten beschäftigen? Auch eine alte Forderung.
Aber vielleicht ist es ja so: Bisher kamen einige Führungskräfte damit durch, statt Vertrauen mit Kontrolle zu führen. Oder ohne explizite Regeln Besprechungen zu leiten. Und den Umgang mit der Technik den Mitarbeitern zu überlassen und auf menschliche Grundbedürfnisse zu pfeifen. So wie man auch länger mit wenig Bewegung und ungesunder Ernährung eine Weile klarkommt. Doch mit veränderten Rahmenbedingungen fallen diese Führungskräfte jetzt doch stärker auf und tun sich schwer mit ihrer Art der Führung.
Bewusste Werte
Das mit den eigenen Werten aber sehe ich als ein eigenes Thema. Menschen mögen mehr oder weniger Vertrauen in andere haben, mehr oder weniger Regeln aufstellen, mehr oder weniger Rücksicht auf Bedürfnisse anderer nehmen. Aber Werte hat jeder, hier gibt es kein mehr oder weniger. Die Frage bei den Werten ist, wie bewusst sie einem selbst sind. Genau dazu gibt es im gleichen Heft ein Interview mit der H…
