2. März 2024

Das Beste aus der Fachliteratur

Zieh-die-Oh

INSPIRATION: Da fühlt man richtig mit: Eine kleine Bank mit 190 Mitarbeitern, die regional stark vernetzt ist und von den guten Beziehungen zu ihren Kunden lebt, ist zwar nach wie vor erfolgreich, dennoch kann sie sich vor den „Segnungen“ der Digitalisierung nicht verschließen. Sie geht einen eher unkonventionellen Weg, installiert einen CDO und geht ganz kleine Schritte, um die Mitarbeiter mitzunehmen (Kleine Schritte, großes Ziel).

Der Chief Digital Officer (CDO) war vorher Manager bei Google und heißt mittlerweile „Bereichsleiter für Innovation und Digitalisierung“. Seine Ernennung ist für ein kleines Unternehmen sicher ein ungewöhnlicher Schritt und stieß auch bei der zweiten Führungsebene auf „Akzeptanzprobleme“. Diese löste man mit Gesprächen und einem Workshop.


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Die Herausforderung bestand wohl einmal darin, dass man als Unternehmen eigentlich erfolgreich ist und im Grunde genau das tut, was die Digitalisierung ja auch überall für sich reklamiert: Den Kunden und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen. Der Kunde einer Bank will nach wie vor gut betreut werden und schätzt den persönlichen Kontakt, aber er möchte auch unkompliziert seine Bankgeschäfte von zu Hause aus tätigen.

Nun sind Mitarbeiter einer Bank keine IT-Experten, sondern eben Banker. Und als solche darauf trainiert, Risiken zu minimieren. Wie schafft man es, diese Menschen neugierig auf das Neue zu machen? Mit kleinen Schritten, so die Entscheidung bei der Volksbank Itzehoe. Und die klingen wirklich sehr schlicht und einfach, aber genau das sollten sie wohl auch sein:

  • Jeder Mitarbeiter erhielt ein Tablett und konnte damit vier Wochen herumspielen. Es gab dazu keine Vorgaben. Danach traf man sich mit dem CDO und tauschte die Erfahrungen aus.
  • Ein „Datentrüffelschwein“ wurde rekrutiert und eingestellt – eben jemand, der einen IT-Hintergrund hatte.
  • Man organisierte eine digitale Hausmesse, auf der sich die Mitarbeiter mit digitalen Technologien bekannt machen konnten.
  • Die Auszubildenden organisierten spontan eine Pokemon-GO-Aktion.
  • Die Vorstände legten ihre Büros zusammen, d.h. sie sitzen heute gemeinsam in einem Büro und freuen sich über die verbesserte Kommunikation.

Parallel dazu liefen auch zwei größere Projekte, und zwar die Umstellung auf eine neue Software und ein Fusionsprozess, zusammen mit den kleinen Schritten scheinen sie gut verlaufen zu sein. Als Erfolg wird verbucht, dass kein Mitarbeiter die Bank bisher verlassen hat und sich die Bewerberzahl auf die Digitalstellen deutlich erhöht hat – und das, obwohl man eher auf dem Lande zu Hause ist.

Es gab wohl auch einige „Hänger“: Social Media Kampagnen kamen nicht so gut an, einige Ideen blieben „im Probierstadium hängen„. Gefragt, ob man für all das unbedingt einen CDO (Zieh-Die-Oh, wie das auf seiner Visitenkarte stand) benötigt, antwortet der Stelleninhaber, dass die Stelle nicht ausschlaggebend ist, sondern die Tatsache, dass sich jemand auf Vorstandsebene des Themas annimmt. Das lesen wir nicht zum ersten Mal…

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