INSPIRATION: Zum Glück ist es ruhiger um das Thema Generationen geworden. Ein günstiger Zeitpunkt, um den Wissensaustausch in altersdiversen Teams zu beleuchten. Der wird nämlich durch Vorurteile erschwert.
Was haben wir uns nicht alles anhören müssen über die Unterschiede zwischen den Generationen (Mit dem Hammer behauen). Dass die Baby Boomer verbissen arbeitswütig seien, die Gen Y hingegen freizeitorientiert und so weiter. Alles ziemlich schräger Mumpitz. Den viele aber gerne hören wollten: Weil man damit seine Vorurteile bestätigen konnte. Mit Häme ließ sich schön auf anderen herumhacken, und man selbst fühlt sich dabei gut (Generationenkonflikte).
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Das war arg billig. Zumeist überzogen. Und der Nebeneffekt? Spaltung. Die wir nicht brauchen, und die auch unproduktiv ist. Nicht, dass wir es nicht längst besser wüssten (Smartes Generationenmanagement), aber Forschung offenbart uns einen tieferen Blick in die Materie.
Soziale Kategorisierung
Der Wissensaustausch im Team erhöht die Kreativität, verbessert die Problemlösefähigkeit und Entscheidungsfindung und verhilft zu mehr Innovationen (Von Vielfalt profitieren). Wissensaustausch ist ein zentraler Faktor der Teamleistung. Das ist schon lange bekannt. Nun verändert sich durch die demografische Entwicklung die Alterszusammensetzung in Unternehmen. Und die Veränderungen in der Wirtschaft verändern die Qualifikationsanforderungen. Rasten hier Vorurteile wie eine „soziale Kategorisierung“ ein, steht man sich bloß im Weg.
Ein Beispiel: Ich erinnere mich an einen Dialog mit einer Studierenden vor einiger Zeit. Sie sagte: „Herr Webers, Sie müssen das einfach mal verstehen: Die über 50-Jährigen haben einfach keine Ahnung von Computern und dem Internet.“ Ich schüttelte den Kopf und erwiderte: „Ich habe schon Ende der 1980er-Jahre mit Computern gearbeitet. Und dann ab Mitte der 1990er-Jahre den Bits beim Wandern durch mein Fax-Modem zugeschaut. Da waren Sie noch gar nicht geplant …“.
Diversity Beliefs
Die Wissenschaft spricht neutraler von Diversity Beliefs. Es geht um „die individuelle Überzeugung, dass Diversität ein positiver Aspekt von Teams ist und einen Mehrwert für die Leistung des Teams bietet.“ Und das kann man trainieren. Damit dann in Folge der Wissensaustausch verbessert wird. Es sind zwei Faktoren, die hier zusammenwirken: Das Wissen um die Expertise der Kolleg:innen und ein „Metawissen im Team darüber, welches Teammitglied welches Wissen aufweist“.
Insgesamt haben über 300 Mitarbeitende aus über 40 verschiedenen Teams unterschiedlicher Branchen aus der DACH-Region an einer Befragung teilgenommen. Die Daten zeigen, dass die Zusammenhänge zwischen Altersdiversität und Wissensaustausch einerseits komplizierter zu sein scheinen als gedacht. Andererseits erhöht eine positive Einstellung zur Altersvielfalt, die Ergebnis des Trainings war, den Wissensaustausch direkt. Womit mal wieder bestätigt wurde: Miteinander reden statt übereinander dürfte ein Schlüssel für Erfolg sein.