18. September 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Blended Leading

KRITIK: Es musste ja so kommen. Die weise Erkenntnis, dass Führungskräfte mit ihren Mitarbeitenden sowohl von Angesicht zu Angesicht als auch online kommunizieren können müssen, braucht einen eigenen Begriff. Das hat bei Blended Learning geklappt, warum nicht auch hier. Ich frage mich, warum man keine eigenen Begriffe gesucht hat, als das Telefon erfunden wurde und Mitarbeitende plötzlich auch Anweisungen per Anruf entgegen genommen haben. Aber egal, vielleicht steckt ja doch mehr dahinter, man soll die Hoffnung nicht aufgeben.

Die Autoren in der Personalführung (Vom Blended Learning zum Blended Leading) sind der Ansicht, dass HR das Feld nicht der IT überlassen soll, sonst verpasse man eine schöne Gelegenheit, hybrides Führen – der alternative Begriff – aktiv mitzugestalten. Ein Ansatz: Hat man im Unternehmen schon ein Kompetenzmodell, sollte es angepasst werden, damit auch die zum Blended Leading benötigten Kompetenzen dort abgebildet sind. Also zügig ein „Upgrade“ auf den Markt bringen.


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Eine kleine App, die ein Portfolio erstellt

Ein anderes Spielfeld: Nachfolgeplanung und Talentmanagement. Dafür nutzt z.B. Liebherr die digitalen Plattformen, die schon überall im Einsatz sind, und niedliche „digitale Helferlein“, etwa eine „Talent-Portfolio-App“. Die gibt es für jedermann kostenlos auf’s Handy (hab ich ausprobiert, stimmt!). Sie bietet „HR-Risk-Management in der Hosentasche“ (Originalzitat!). Da gibt die Führungskraft die Namen (oder besser ein Pseudonym) ihrer Mitarbeitenden ein und bewertet sie nach so „innovativen“ Kategorien wie „Leistung meistens (noch) nicht erfüllt / starker Verbesserungsbedarf“ oder „Potenzial derzeit nicht erkennbar / längerfristig vorstellbar“ oder „fähige Person / produktiver Einzelkämpfer“ usw. Am Ende erklärt die App, wo jemand im Talent-Portfolio steht, das Ergebnis wird an HR überspielt, dort hat man dann ein Gesamtbild über alle Abteilungen hinweg.

Hybrid geht es dann weiter. Per Online-Konferenz besprechen die Führungskräfte ihre Schäfchen, moderiert von HR und legen individuelle Maßnahmen fest, wie z.B. Coaching oder die Teilnahme an Förderprogrammen. All das wird dann vom HR-System übernommen. Ich frage mich, welche zusätzlichen Kompetenzen eine Führungskraft hier benötigt: Wie man Kreuzchen in albernen Beurteilungssystemen per Handy setzt statt auf dem Papier? Wie man sich in eine Online-Konferenz einloggt?

Software-gestützte Führung

Zweiter Versuch, gleiches Heft (Wie Software Führung unterstützt). Hier hat ein Start-up offensichtlich etwas mehr investiert als eine kleine App zu basteln, die aus Kreuzchen ein Portfolio erstellt. Es hat „sich auf die Digitalisierung von Teamführung spezialisiert“ – das weckt Aufmerksamkeit. Das Bedürfni…

Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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