23. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Fabelwesen

INSPIRATION: Das ist doch mal eine schöne Botschaft: Wer erfolgreich sein möchte, ´muss nicht unbedingt anderen Menschen auf die Füße treten und sich erbarmungslos durchbeißen. Auch nette Menschen können Erfolg haben. Gesünder ist es zudem auch noch, erklärt uns die Wirtschaftswoche (Survival of the Nettest). Beispiele für solche „Fabelwesen“ hat sie auch aufgetrieben.

Als Beleg wird hier eine Studie der Boston Consulting Group angeführt, die 4000 Menschen befragte, welche Fähigkeiten bei Führungskräften besonders wichtig sind. Genannt wurden Rücksichtnahme, Empathie und Zuhören. Forscher der Universität Berkley verfolgten über 14 Jahre die Karriere von Absolventen, von denen Persönlichkeitstests vorlagen. Sie erhoben Daten zur Position im Unternehmen (als Merkmal für Erfolg) und zur Einschätzung ihres Verhaltens. Ergebnis: Es gab keinen Unterschied zwischen den unverträglichen, aggressiven Kandidaten und den freundlichen und hilfsbereiten, was die Schnelligkeit der Karriere anging.


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Noch ein Beleg, oder eher ein Musterbeispiel: Der Bauunternehmer Paul Starrett, der das Empire State Building errichtete, zahlte faire Löhne, achtete auf Sicherheit und stellte seinen Arbeitern kostenlose Mittagessen zur Verfügung. Mit dem Resultat, dass seine Arbeiter nicht streikten, als woanders die Arbeiten stillstanden, und der Bau wurde in nur 13 Monaten fertig – zwölf Tage eher als geplant.

Ein weiterer Hinweis, der sicherlich berechtigt ist: Wer bei Verhandlungen auch das Interesse seiner Verhandlungspartner im Blick hat, muss nicht ständig taktieren und auf der Hut sein. Er kann zudem davon ausgehen, dass sich die Rücksichtnahme mittel- bis langfristig auszahlt, denn man sieht sich in der Regel mehrmals. Wobei man natürlich nicht allzu blauäugig sein  und durchaus deutlich machen sollte, dass man ebenfalls ein Entgegenkommen erwartet.

Was lernen wir daraus? Die Hypothese, dass nach oben nur diejenigen gelangen, die entsprechend rücksichtlos vorgehen, darf man getrost bezweifeln. Der nette Weg soll zudem der gesündere sein: Bei Menschen, die immer gewinnen und sich durchsetzen wollen, ist der Sympathicus dauernd aktiv, der Körper wird regelmäßig mit Stresshormonen geflutet. Soll uns sagen: Die fiesen Typen laufen Gefahr, früher am Herzinfarkt zu sterben.

Die gleiche Zeitschrift veröffentlicht regelmäßig Beiträge über Stars der Wirtschaft, die alles andere als zimperlich daherkommen, ob sie nun Steve Jobs, Elon Musk oder Marc Zuckerberg heißen. Und man erinnere sich nur mal, wie viele Artikel wir fast täglich über Donald Trump zu lesen bekamen. Was wird heute über Joe Biden veröffentlicht?

Will sagen: Es mag zwar sein, dass es unter den Erfolgreichen auch jede Menge nette Menschen gibt, aber zum Helden, die uns faszinieren, eignen sie sich eher weniger. Vielleicht entsteht durch diese Faszination auch erst der falsche Eindruck, dass man rücksichtslos sein muss, um Erfolg zu haben. Und das mit der Gesundheit ist da vermutlich eher ein schwacher Trost. Es gibt sicherlich ich genügend Beispiele von Schurken, die sich bester Gesundheit erfreuen. Letztlich bleibt nur die Erkenntnis: Erfolg hat nur bedingt etwas mit Persönlichkeit zu tun, und wer überhaupt die Wahl hat, der möge sich fragen, wie er seiner Nachwelt in Erinnerung bleiben möchte.

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