24. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Familieneinwanderer

INSPIRATION: Das Leben in der Stadt ist teuer, laut und stressig. Wenn Unternehmen allmählich feststellen, dass sie ihre Mitarbeiter auch von zu Hause arbeiten lassen können, steht dem Umzug aufs Land doch nichts mehr im Weg. Die Zahl der Menschen, deren Wohnort nicht mehr an den Firmensitz gebunden ist, steigt. Und der Wunsch nach einem leben auf dem Land auch, zumindest können sich laut einer Umfrage 53% der Befragten vorstellen, in den nächsten ein oder zwei Jahren die Stadt zu verlassen (Stadt, Land, Fluch).

Der eine oder andere mag damit arg idealisierte Vorstellungen verbinden: Gute Luft, Natur, wenig Verkehr, viel Platz, eigener Garten, nette Dorfgemeinschaft. Zumal das Leben in der Stadt nicht nur teuer ist, sondern zwar räumliche Enge bedeutet, aber viele dennoch eher einsam und sozial ausgegrenzt sind. 

Von der Stadtflucht betroffen sind in erster Linie Akademiker zwischen Anfang 30 bis Ende 40, die nach Studium und ersten Berufsjahren mit ihren Kindern gerne die Stadt verlassen und auf dem Land leben möchten. Doch ach, ganz so idyllisch ist es dann auf dem Land doch nicht. „Man muss das Landleben wirklich wollen„, sagt jemand, der seine Entscheidung nicht bereut hat. Die Infrastruktur ist nicht die, die man gewohnt ist, Schule, Kindergarten, Arzt, Einkaufen – alles nicht immer in fußläufiger Entfernung. Und die Dorfbewohner sind nicht unbedingt stets erfreut, wenn die Städter einfallen und ihnen erklären wollen, wie man ökologisch korrekt lebt. Man sollte sich schon in der zukünftigen Nachbarschaft gut umschauen. 

So manch einer, der vom eigenen Häuschen im Grünen und Selbstversorger-Garten träumt, wird feststellen, dass all das eine Menge Arbeit macht. Was für mich ein neuer Aspekt war: Das Leben auf dem Land ist nicht unbedingt gesünder. Man verbringt viel Zeit im heimischen Büro, der Weg vom Schlafzimmer dorthin ist kurz. Da vermisst so manch einer den gewohnten Weg zur Arbeit mit dem Rad, und die Disziplin, nun regelmäßig Sport zu treiben, hat nicht jeder. In dem Beitrag wird ein Mediziner zitiert, der sagt, Menschen auf dem Land „erkranken häufiger an Diabetes, häufiger an Bluthochdruck, häufiger an Fettleibigkeit„. Das Arbeiten in den eigenen vier Wänden ist auch ein einsames Geschäft, da vermisst man bald die sozialen Kontakte im Büro.

So ist es nicht auszuschließen, dass sich nach wenigen Jahren die Sehnsucht nach der Stadt wieder regt. Wobei ich immer denke, es muss doch schlauere Lösungen geben. So wie die einer Frau, die kurzerhand im Dorf einen Co-Working-Space gründete, um das letztgenannte Problem zu lösen. 

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