25. September 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Farb- und Stilberatung für Videokonferenzen

KRITIK: Ist das nicht mal eine praktische und relevante Fragestellung für die Forschung? Definitiv! Denn mal liest in der Regel nur Beraterlatein zum Thema. Schauen wir uns also die Ergebnisse empirischer Forschung an!

Ich kann mir das so richtig vorstellen, denn ich selbst habe diverse studentische Projekte begleitet: Die Fragestellung poppt auf – und alle sind sofort elektrisiert. Dann geht es an die Literaturrecherche. Man holt sich den ersten Dämpfer ab, muss eingrenzen, präzisieren, ein Vorgehen entwickeln. Diskussionen, hin und her … Ich kürze das einmal ab: Was mir hier eine studentische Projektgruppe vorlegt: Chapeau! Klar: Das ist nicht der Stein der Weisen. Aber deutlich mehr als das Beraterlatein. Und man kann davon lernen.


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Es werden zwei experimentelle Studien vorgestellt (Wirkung von Hintergrundbildern in Videokonferenzen): Eine zum Fremd- und eine zum Selbstbild in der Online-Kommunikation. Weil wir wissen: It takes two to Tango! Und das Erkenntnisinteresse gilt den Effekten des Hintergrundbildes beim „Zoomen“ auf die „Big Two“ der Personenwahrnehmung (Wärme und Kompetenz). Wärme meint die wahrgenommene soziale Verträglichkeit eines Menschen. Kompetenz die Einschätzung zur Effektivität der Aufgabenerfüllung eines Menschen.

Wärme und Kompetenz

„Die Dimension Wärme löst hierbei Emotionen wie Sympathie und Vertrauen aus, während die Dimension Kompetenz Respekt und Bewunderung bewirkt.“ Wenn wir also online „gut rüberkommen wollen“ (Wo die Häsin im Pfeffer liegt), wäre solches natürlich hilfreich: Dass man uns sympathisch findet und für kompetent hält.

Nun wissen wir, das Selbst- und Fremdwahrnehmung nicht immer identisch sind. Unterm Strich möchten wir uns aber subjektiv wohlfühlen. Wenn dem so wäre, dann hätte all das Konsequenzen für unser Verhalten und für unsere Gesundheit. Was können wir also tun? Können wir uns online gut – oder besser als bisher – in Szene setzen?

Hier setzen also die jungen Forscher:innen an. Neben Gesichtsmerkmalen und der Frisur geben wir als Teilnehmende dem Publikum weitere Hinweisreize: Kleidung und visueller Hintergrund. Und hier spielen vermutlich Farben eine Rolle.

Zum Thema Farbe gibt es verschiedene Meinungen. Während man früher eher zu moderaten Farben riet, hat zuletzt hat die „Unexpected Red Theory“ der Interior-Dekorateurin Taylor Migliazzo Simon Aufsehen erregt. Und welche Rolle spielt das Geschlecht hierbei? Werden Frauen eher mit Wärme und Männer eher mit Kompetenz assoziiert? Viele Fragen also.

Farbliche Hintergrundgestaltung und Fremdwahrnehmung

In einem Experiment wurde die farbliche Gestaltung des Hintergrundes mit den Ausprägungen Rot, Blau, Grün und Weiß zufällig durchgespielt. Von den 173 Personen, die am Experiment teilgenommen haben, konnten nur 87 vollständige und qualitativ hochwertige Antworten genutzt werden. Es gab also einen gehörigen Dropout. Das ist bemerkenswert. Was sind die Gründe? 49 Personen hatten die Befragung frühzeitig abgebrochen oder mussten aufgrund unvollständiger Antworten entfernt werden. 23 Personen gaben zum Schluss an, sie hätten nicht durchgängig gewissenhaft geantwortet. Obwohl man den Teilnehmenden eindrücklich nahegelegt hatte, das Experiment nicht auf dem Smartphone durchzuführen, hatten es 11 Personen doch genauso gemacht. Und drei 3 Teilnehmende gaben zum Schluss bekannt, dass sie farbenblind seien. Na, herzlichen Glückwunsch!

Warum ich das so akribisch berichte? N…

Thomas Webers

Dipl.-Psych., Dipl.-Theol., Fachpsychologe ABO-Psychologie (DGPs/BDP), Lehrbeauftragter der Hochschule Fresenius (Köln), Business-Coach, Publizist

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