24. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Kollaborationssprints

PRAXIS: Die Frage wird nun dauernd gestellt und ebenso oft beantwortet: Wie löst man das Dilemma, dass immer mehr Mitarbeiter nicht mehr jeden Tag ins Büro fahren wollen und das Homeoffice zu schätzen gelernt haben, andererseits aber die Gemeinschaft vermissen und der Zusammenhalt verloren zu gehen droht? Ein sehr praktischer Tipp sind Kollaborationssprints, wie man sie bei Otto eingeführt hat. Dort ist man der Meinung, dass es keine Vorgaben von oben geben sollte, wer wann wo arbeiten darf. Was schon mal an sich bemerkenswert ist. 

Dahinter steckt der „Activity-Based-Working“-Ansatz, wonach es für jede Tätigkeit eine geeignete Zeit und einen geeigneten Ort gibt. Jeder soll also dann arbeiten, wenn es für ihn am besten funktioniert und auch an dem entsprechenden Platz. Damit ist aber immer noch nicht klar, wie das dann mit der Kooperation funktioniert. Hierzu gibt es bei Otto ein strukturiertes Verfahren, den Kollaborationssprint (Schlau verbunden). Jedes neue Team trifft sich zu Beginn der Zusammenarbeit zu einem moderierten Workshop, ebenso alle bestehenden Teams im Abstand von drei Monaten. Dort werden vier Fragen geklärt, über die sich jedes Mitglied im Vorfeld Gedanken machen soll:


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  • Wie steht es um Art und Umfang der individuellen Tätigkeiten? Also was genau bearbeitet jedes Mitglied des Teams und wie hoch ist der Aufwand?
  • Was ist der passende Ort für die jeweilige Tätigkeit?
  • Welche Schnittstellen gibt es und welche übergeordneten gemeinsamen Interessen?
  • Welche Regeln zur gegenseitigen Erreichbarkeit stellen wir auf?

Warum?

Damit werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Einerseits werden die individuellen Interessen und Bedürfnisse berücksichtigt („Wenn ich an einem Nachmittag zum Schwimmkurs gehen möchte, spreche ich das offen an.“), es gibt keine Vorgaben, die für alle Mitarbeiter gelten. Zum anderen wird dafür gesorgt, dass die übergeordneten Ziele und Unternehmensinteressen berücksichtigt werden. Weiterhin ist ja bereits dieser Workshop eine teambildende Maßnahme – nichts fördert das gegenseitige Verständnis so sehr wie das Gespräch über die Aufgaben und persönlichen Interessen. 

Nach dem Workshop wird in der vereinbarten Form drei Monate lang gearbeitet, dann trifft man sich wieder. Der folgende Workshop beginnt mit einer Retrospektive, in der geschaut wird, was gut und was weniger gut funktioniert hat, dann geht es von vorne los mit den oben genannten vier Fragen. 

Klingt nach einem großen Vertrauen in die Selbstorganisation von Teams und nach einem höchst sinnvollen Verfahren, um das eingangs beschriebene Dilemma in den Griff zu bekommen.

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