24. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Magische Momente

INSPIRATION: Wir saßen um einen Tisch herum, jeder hatte eine Zeichnung des Geländes vor sich mit den bereits vorhandenen Elementen. Gesucht wurden Vorschläge, wie die Anlage klimafreundlicher gestaltet werden kann. Und siehe da, manches war erstaunlich übereinstimmend, anderes überraschend anders. Ein „co-kreativer“ Moment, wie er in Teams vorkommt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Vermutlich, oder besser hoffentlich, hat jeder Leser dieses Beitrages schon einmal einen solchen Moment erlebt. Wenn man genau spürt, dass die Gruppe ein Ergebnis erzielen wird, das ein Einzelner nie zustande gebracht hätte. Ob man das gleich als „Team-Flow“ bezeichnen muss, wie das in Sportmannschaften sicherlich in Extremsituationen geschieht (Im Flow wachsen Teams über sich hinaus), lasse ich mal dahingestellt. So schön ein solches Flow-Erlebnis auch sein mag – es als erstrebenswerten Zustand von Arbeitsteams zu verfolgen, finde ich fragwürdig.


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Synergie zulassen

Aber dafür zu sorgen, dass die Mitglieder eines Teams offen für einen „gemeinschaftlichen Schöpfungsprozess“ sind, halte ich für einen legitimes Ansinnen. Sonst könnte man auf kreative Phasen in Arbeitsteams auch gleich verzichten. In der Praxis sind Diskussionen in Teams leider „häufig eher von einem Gegeneinander statt von einem Miteinander geprägt“. Man tauscht Standpunkte aus, beharrt auf selbigen und verteidigt sich – statt sich wohlwollend zuzuhören. Womit Voraussetzung Nr. 1 genannt ist: Achtsames Zuhören.

Dieses findet angeblich auf drei Ebenen statt (Mit Co-Kreation kollektives Potenzial entfalten): Faktisch, empathisch und zukunftsorientiert. Gemeint ist wohl, dafür zu sorgen, dass man zum einen auf die Fakten achtet, zum anderen auf das, was an Gefühlen bzw. Bedürfnissen hinter dem Gesagten und schließlich, welche Chancen in dem vorgestellten Vorschlag, stecken.

Klingt gut. Würde man sein Zuhören nicht umgehend mit den eigenen Ansichten und Haltungen verknüpfen, sondern erst einmal auf diese drei Ebenen fokussieren – was könnte man da alles entdecken? Und wie wohltuend könnte es für denjenigen sein, der einen Vorschlag äußert, zu erleben, dass er ernst genommen wird? Nur wie realistisch ist es, eine solche „Zuhör-Kultur“ in einem Team zu etablieren? Wie soll das funktionieren, wenn nicht eine Moderatorin konsequent hinterfragt und die Ebenen anspricht? Müsste man also jeden Vorschlag, der vorgebracht wird, erst einmal auf die drei Ebenen hin untersuchen? Wenn nicht, bleibt es einfach bei der Forderung nach der Fähigkeit eines solchen Zuhörens.

Methodisch vorgehen

Schon praktikabler erscheint mir da Tipp Nr. 2: Das konsequente Visualisieren der Kernaussagen eines Beitrags. In der Tat: Was nicht dokumentiert wird, schwebt weiter im Raum oder gar aus diesem hinaus. So gehen wertvolle Aspekte verloren. Die Autorinnen des Beitrag pflegen mit Klebezetteln zu arbeiten, die sie an Wänden, Türen oder wo auch immer anbringen, so dass sie jederzeit ergänzt, sortiert und neu geordnet werden können. 

All das setzt eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens voraus, das Gefühl der Sicherheit, sich äußern zu dürfen, ohne belächelt oder ignoriert zu werden. Das Visualisieren hilft dabei in der Tat ungemein, ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig es nach wie vor genutzt wird. Um noch einmal an den Anfang dieses Textes zu springen: Bei der erwähnten Sammlung von Ideen half auch die Stillephase zu Beginn, bei der jeder zunächst seine Ideen auf dem Plan eintragen und anschließend ohne bewertet zu werden vorstellen konnte. Insofern ist die Kombination aus Einzel- und Teamarbeit eine weitere sehr empfehlenswerte Vorgehensweise.

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