17. Juli 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Rechtzeitig die Reißleine ziehen

INSPIRATION: Was tun, wenn man als Top-Manager einen Top-Job antritt und nach kurzer Zeit feststellt, dass man der Falsche für den Job ist? Vermutlich das Gleiche wie andere Menschen auch – möglichst rasch wieder gehen. Aber das scheint nicht so einfach zu sein. Denn dann haftet einem der Ruf des Gescheiterten an – wer will das schon? Die Wirtschaftswoche hat drei „Kandidaten“ gefunden, die über ihr erlebtes Dilemma berichten (Nicht mit mir!). Wie vermutlich viele andere wollten sie es erst einmal nicht wahrhaben. Je mehr Macht jemand hat, desto stärker hängt er an seinem Job, hat eine Umfrage herausgefunden. Die Klarheit und Entschlossenheit, mit der Top-Manager Entscheidungen treffen (sollten), fehlt ihnen oft, wenn es um die eigene Karriere geht.

Warum? Zum einen, so der Verdacht, denken die Betroffenen, dass sie schließlich dort angekommen sind, weil sie gut darin sind, Probleme zu lösen. Also wird ihnen das auch auf der neuen Stelle gelingen, selbst wenn sie schnell feststellen, dass die Bedingungen nicht so sind, wie sie diese eingeschätzt hatten. Zum anderen, und da unterscheiden sie sich offenbar nicht vom „Normalbürger“, macht es sich so gar nicht gut, wenn man eine Lücke im Lebenslauf hat. Die alte Mär von den zwei Jahren, die man durchhalten sollte. Also lieber die Zähne zusammenbeißen, die schwierige Phase aussitzen.


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Devise: Sich treu bleiben!

Keine gute Idee, sagen die Experten. Wenn man fehl am Platz ist, macht das alles nur noch schlimmer, die Konflikte werden rasch eskalieren. Vor allem aber: Man verliert bald der Respekte der anderen Manager. Aber viel schlimmer noch, den Respekt vor sich selbst. Ein ziemlich guter Tipp: Wenn man sich gezwungen fühlt, von den eigenen Werten abzuweichen, sollte man gehen. Sich treu bleiben, lautet die Devise.

Aber wie erklärt man das dann dem Arbeitgeber, dem Aufsichtsrat, der Familie? Je ehrlicher, desto besser, so der Rat. Wobei es nicht so gut rüberkommt, wenn man andere verantwortlich macht. Lieber betonen, welchen Anteil man selbst an dem „Scheitern“ hat. Dass z.B. die eigenen Ziele nicht mit denen des Unternehmens übereinstimmen. Dass die Vorstellungen zu weit auseinanderklaffen.

Sicher, das wird man dann sich schon die Frage gefallen lassen müssen, wieso einem das nicht vor Antritt einer solchen Position aufgefallen ist. Der Rat für den nächsten Job lautet, sich gut zu überlegen, welche Anforderungen der Arbeitgeber erfüllen sollte. Und mit diesen sehr konkret zu besprechen, „was geht und was nicht“. Zum Beispiel mit solch heftigen Fragen wie: „Ich habe gesehen, dass sie im Land X in den letzten Jahrn an Umsatz verloren haben – kann ich aus diesem Markt gehen?“ Oder: „Ich sehe, dass im Top-Team zwei langjährige Wegbegleiter von Ihnen sitzen: Kann ich mich von diesen trennen, wenn ich das für notwendig halte?“ Dann weiß man vorher, woran man ist.

Das ist alles zweifellos richtig – garantiert aber nicht, dass das nächste Angebot um die Ecke kommt. Bei den Beispielen in der Wirtschaftswoche hat die eine Top-Managerin inzwischen eine Kunstgalerie eröffnet, der andere ist erst mal auf den Jakobsweg gegangen. Aber auch das wäre ja eine interessante Erkenntnis: Ein solcher „Fehltritt“ hilft vielleicht auch, sich mal darüber klar zu werden, was einem eigentlich wichtig ist.

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