15. August 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Rein in die Komfortzone

INSPIRATION: Raus aus der Komfortzone! Das kennen wir. Die Extra-Meile will gegangen werden! Schon fühlt man sich unbehaglich – und ein wenig schuldig. Aber warum eigentlich?

Wir haben es hier mit einem der eher wenigen Beiträge der Fachliteratur zu tun, der scheinbar Selbstverständliches hinterfragt und so zu erhellenden Einsichten kommt. Die Autoren (Ein Plädoyer für die Komfortzone) wagen es schlicht selbst zu denken, statt unhinterfragt nachzuplappern, was andere gesagt haben. Sie legen ein Tabu offen und gehen ihm auf den Grund.


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Raus aus der Komfortzone! Das verlangt unmittelbar Taten. Und zwar zügig! Die Medien strotzen nur vor solchen Appellen. Es ist klar, dass nun Blut, Schweiß und Tränen – so seinerzeit Winston Churchill – gefordert werden: Selbstüberwindung, Risiko und Unannehmlichkeit stehen an. Doch keiner schaut zurück: „Fast alle dieser Angebote lassen allerdings offen, was dieser Bereich eigentlich ist, den es zu verlassen gilt.“ Wovon reden wir, wenn wir von der Komfortzone sprechen? Das könnte doch von Fall zu Fall recht unterschiedlich aussehen. Doch die sogenannte Komfortzone wird pauschal abgewertet. Und der Blick geht nur nach vorne: ins gleichfalls Unbestimmte. Ist das nicht paradox? Da soll etwas verlassen werden, bleibt aber zentraler Orientierungspunkt.

Das „Weg von“-Perpetuum-Mobile

Das Verlassen der Komfortzone wird mit einem pauschalen Heilsversprechen aufgewertet: Es kann nur besser werden! Versprochen werden Selbstbestimmung, Weiterentwicklung und das Besondere. Außerhalb der Komfortzone, unterm Pflaster, da liegt der Strand. Das wussten schon die Spontis der 1970er-Jahre und so sang auch Angi Domdey 1981: Unter dem Pflaster … Da wird einem gleich warm ums Herz.

Aber es ist eine blanke Utopie, schlimmer: Eine Träumerei. Ein Versprechen ohne Sicherheit. Und doch eine geniale mentale Extrapolation. Münchhausen gleich kann man sich am Schopf aus dem Alltagssumpf ziehen. „Angebote wie Workshops und Coachings zum Verlassen können unter den Scheinwerfer der Verbesserung gestellt werden, ohne in die Not einer Erklärung zu geraten, woher kommend es für die Teilnehmer:innen wohin gehen soll.“

Knüppel aus dem Sack

Der Ursprung der Idee findet sich – wenn wir die Spontis einmal ignorieren sowie ihre Vorläufer in den 1920er-Jahren – in einem Buch der Psychologin Judith Bardwick: Danger in the Comfort Zone (1991). „Bardwick analysiert die Angestelltenverhältnisse der USA in der Zeit kurz vor der Jahrhundertwende, die von dem Anspruchsdenken (entitlement) g…

Thomas Webers

Dipl.-Psych., Dipl.-Theol., Fachpsychologe ABO-Psychologie (DGPs/BDP), Lehrbeauftragter der Hochschule Fresenius (Köln), Business-Coach, Publizist

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Ein Kommentar zu „Rein in die Komfortzone

  1. Rein in die Komfortzone

    Diese Gedanken tun gut.

    Es ist auch sehr nach vollziehbar.

    Daher vielen Dank an Thomas Webers für seine Gedanken und an MW online für die Arbeit das es möglich ist, das zu lesen.

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