23. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Rituale und Gewohnheiten

INSPIRATION: Müssen die Menschen nach langen Phasen der virtuellen Zusammenarbeit und des Homeoffices Teamarbeit wieder neu lernen? Bei Bosch ist man dieser Ansicht. Die Begründung: Viele haben sich an die Flexibilität im Homeoffice gewöhnt, und technisch klappt das alles ja auch prima. Die lieb gewonnenen Gewohnheiten gibt man nur ungern wieder auf. Wozu auch? Wo man doch bei Bosch den Führungkräften und Teams schon lange freie Hand lässt, über die Art der Zusammenarbeit selbst zu entscheiden (Habits for Hybrid).

Aber nun hat man wohl festgestellt, dass „die Beziehungs- und Vertrauenskonten in den Teams in der Pandemiezeit gelitten“ haben. Und zwar so sehr, dass man sich offenbar genötigt sah, ein Trainingsprogramm zu entwickeln, das inzwischen 44 Teams mit über 500 Mitarbeitenden durchlaufen haben. Der Grundgedanke: Um das „gefühlte Abgetrenntsein der Teammitglieder zu überwinden“, braucht es Gewohnheiten und Rituale. Diese sorgen für Verbundenheit und Vertrauen. Was man aus dem Privatleben, speziell der Familie kennt. Auch dort ist es inzwischen normal, dass die Mitglieder alle ihren eigenen Tätigkeiten nachgehen, der Zusammenhalt wird über Rituale wie z.B. gemeinsames Essen erreicht – etwas, das den Mitgliedern vermittelt: Das zeichnet uns als Familie aus – auch wenn der einzelne vielleicht gerade andere Dinge vorziehen würde.


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Wie also könnten solche Rituale in hybriden Teams aussehen? Für so etwas entwickelt man heutzutage ein „Framework“ – wobei das hier eher so lief, dass man ein Teamkulturtraining eines Trainingsanbieters auf die eigenen Belange anpasste. 44 Teams mit jeweils sechs Modulen, die sich über zwölf Wochen erstreckten – ein schöner Auftrag.

Einige Beispiele

Was muss man sich unter diesen Ritualen nun vorstellen? Hier einige Beispiele: Meetings werden mit einer wertschätzenden Mitteilung beendet. Im Training verständigt sich zum Beispiel das Team darauf, ob man sich jeweils ein Mitglied herausgreift und diesem eine „Positivdusche“ bereitet oder ob man sich zu einer erledigten Aufgabe äußert.

Oder: Man startet Meetings mit einem Check-in, bei dem jeder sagt, wie es ihm im Moment geht. Oder: Retrospektiven einführen, in regelmäßigen Abständen den vergangenen Zeitraum beleuchten und Erfahrungen austauschen. Oder: Einen festen Bürotag und/ oder synchrone Arbeitszeiten vereinbaren. Oder: Die hybriden Meetings auch von den Personen im Homeoffice moderieren lassen.

Da wundert sich der Leser schon ein wenig: Das muss man Teams ernsthaft noch „beibringen“? Sind das nicht alles Dinge, die in jedem Team, ob in Präsenz, hybrid oder komplett virtuell, an der Tagesordnung sein sollten? Ich weiß, sind sie natürlich nicht, insofern ist das Unterfangen durchaus verdienstvoll. Vor allem: Hier werden mal nicht nur die Führungskräfte geschult, sondern tatsächlich die realen Teams, da steigen die Chancen, dass die Vereinbarungen auch umgesetzt werden. Wobei: Ergänzend gibt es hier wohl auch noch ein Programm für die Teamleiter.

Erwähnenswert scheinen mir vier Prinzipien, die die Autorinnen für eine gute Zusammenarbeit in Teams hervorheben:

  • Persönliche Gespräche zu Beginn eines Treffens
  • Ansprechen von Emotionen
  • Einbeziehen unterschiedlicher Standpunkte
  • Stetes Reflektieren und Anpassen der Zusammenarbeit

Klingt nicht nach einem Hexenwerk, sollten fortgeschrittene Teams auch in Eigenregie vereinbaren können …

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