24. August 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Schädliches Ranking

INSPIRATION: Das ist mal ein interessantes Experiment. Forscher ließen Studenten und Manager verschiedene, auf Kooperation ausgerichtete Spiele spielen und gaben den Teilnehmern unterschiedliches Feedback. Ein Ergebnis: Die Spieler verzichteten zum Teil auf garantierte finanzielle Erfolge, um das eigene Ranking zu verbessern.

Die Anordnung des Experimentes ist etwas komplex (Gruppenfeedback fördert Kooperation). Die Probanden waren 112 Studenten und 28 Manager. Sie spielten zwei Varianten eines Gemeinwohlspiels, wobei eins davon etwas kompetitiver ausgerichtet war. Belohnt wurde aber in beiden Fällen nur kooperatives Verhalten, d.h. wenn die Teilnehmer an einem Strang zogen, erhielten alle eine finanzielle Belohnung.

Variiert wurde sodann die Rückmeldung an die Teilnehmer. In beiden Gruppen bekamen einige von ihnen ein individuelles Feedback über ihr Abschneiden. Andere erhielten lediglich eine Rückmeldung über das Abschneiden der ganzen Gruppe. Ein weiterer Teil schließlich wurde darüber informiert, wie er im Vergleich zum Rest der Mitspieler abgeschnitten hatte, also wo man sich im „internen Ranking“ befand.

Das Ergebnis

Bei beiden Spielvarianten, also auch bei der etwas wettbewerbsorientierteren, verhielten sich die Teilnehmer, die ausschließlich das Gruppenergebnis zurückgemeldet bekamen, in weiteren Runden kooperativ. Bekamen sie ein indivduelles Feedback, veränderte sich ihr Verhalten in Richtung Eigennutz nur bei der Wettkampfvariante.

Wurde ihnen jedoch mitgeteilt, wie sie im Vergleich zu anderen abgeschnitten hatten, dann versuchten in beiden Spielvarianten die Teilnehmer in den nächsten Runden, ihren Rangplatz zu verbessern. Und verzichteten dafür sogar auf die garantierte Prämie. In dem Experiment wurde das eigennützige Verhalten bei dem vergleichenden Feedback von Runde zu Runde stärker. Während das kooperative Verhalten beim Gruppenfeedback konstant blieb. Übrigens: Es gab keinen Unterschied beim Verhalten zwischen den Studenten und den Managern.

Fazit der Autoren: Man solle tunlichst vermeiden, die Leistungen von Mitarbeitern miteinander zu vergleichen oder Bonuszahlungen von einem Vergleich untereinander abhängig zu machen.

Mitarbeitende gegeneinander ausspielen

Ich würde in der Konsequenz viel weiter gehen. Jedes Instrument, das mit Noten und Skalen arbeitet, ist nichts anderes als eine A…

Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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