4. März 2024

Das Beste aus der Fachliteratur

Schwätzer stoppen

PRAXIS: Haben Sie einen Kollegen oder eine Mitarbeiterin, die dazu tendieren, lange Redebeiträge zu halten? In Ihrem Büro aufzutauchen und angeblich nur kurz etwas erzählen wollen, aber dann kein Ende finden? Wie stoppt man sie, ohne unhöflich zu sein? Viele Menschen tun sich schwer, Vielrednern ins Wort zu fallen (Bitte, kommen Sie zum Punkt). Man möchte andere nicht kränken, und wir haben alle gelernt, dass es sich nicht gehört, jemanden zu unterbrechen. Außerdem möchte man mit der Person ja auch weiterhin ungestört zusammenarbeiten.

Das Gute ist, dass man sich auf diese Situation vorbereiten kann, denn man kennt die betreffende Person, und wenn ein Meeting ansteht oder derjenige das Büro betritt, ahnt man, was passieren wird. Aber wie setzt man auf „mitfühlende und diplomatische Weise Grenzen„?


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Tipp Nr. 1: Schon zu Beginn des Meetings oder des Gespräches Ihre Grenzen klar ausdrücken. Also: Sowohl bei Besprechungen am Anfang erklären, wie lange das Meeting dauern wird als auch in Situationen, in denen der Kollege das Büro betritt, ihm mitteilen, dass Sie nur 10 Minuten Zeit haben, weil Sie dann weiter…
Wichtig ist natürlich, sich auch daran zu halten.

Tipp Nr. 2: Auf das Ende hinarbeiten, soll heißen, dass Sie nicht abrupt abbrechen, sondern vor Ablauf der Zeit z.B. sagen: „Du, in zwei Minuten muss ich mich wieder an die Arbeit machen…“ oder „Ich fasse mal zusammen… Die letzten 10 Minuten sollten wir…“

Tipp Nr. 3: Unterbrechungen trainieren, d.h. Sie legen sich Formulierungen zurecht, die sie bei Bedarf einsetzen, z.B. „Darf ich mich mal kurz einmischen…“ oder „Bevor wir zu dem Punkt kommen, möchte ich…“ Dazu gehört auch, sich mit Gesten bemerkbar machen, also z.B. die Hand heben, bevor Sie unterbrechen. Und wenn all das nicht hilft, es mit dem „Sprung in der Platte“ zu versuchen, also eine Formulierung in gleichförmigem Tonfall wiederholen, und sei es nur den Namen: „Thomas … Thomas … Thomas…“ – bis derjenige seinen Redeschwall unterbricht.

Tipp Nr. 4: Reden Sie von sich selbst, wenn Sie Ihre Grenze ausdrücken, also: „Ich bin ziemlich unter Druck und möchte deshalb…“ – „Ich muss mich gerade sehr konzentrieren…“. Oder wenn Sie das Problem direkt ansprechen möchten: „Es fällt mir nicht leicht, das zu sagen. Ich bemühe mich, klar zu kommunizieren und auszudrücken, was mir wichtig ist. Deshalb beschreibe ich mal meinen Eindruck: Wenn wir miteinander reden, sind die Gespräche ziemlich einseitig. Das würde ich gerne ändern.“

Tipp Nr. 5: Für den Fall, dass Sie häufiger von Kollegen oder Mitarbeiterinnen auf diese Weise berieselt werden, bietet es sich an, feste Zeiten einzurichten, eine Art Sprechstunde. Dann können Sie jedem erklären, er möge doch zu diesem Termin kommen, dann würden Sie sich Zeit für seine Themen nehmen. 

Tipp Nr. 6: Klären Sie Ihr Problem in einem Einzelgespräch. Also nicht bis zur nächsten Situation warten, sondern die Person in einer ruhigen Minute auf das Verhalten ansprechen. Vielleicht gelingt es ja, eine Art Vereinbarung zu treffen, wie Sie beide in Zukunft mit derartigen Situationen umgehen können.

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