12. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Umgang mit Krisen

REZENSION: Reinhard Fukerider – Erfolgreich scheitern in einer Pandemie. epubli 2021.

Das Büchlein liegt schon eine Weile auf meinem Schreibtisch, ist aber natürlich hochaktuell. Geschickt hat es mir der Kollege Reinhard Fukerider, eine ganze Zeit einer unserer Online-Coachs und Wegbegleiter von MWonline. Er hat es selbst herausgegeben und mir ans Herz gelegt.


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Die Idee des kleinen Bandes ist klar: Es gibt Dinge, die in einer Krise alles andere als hilfreich, aber sehr menschlich sind. Zum Beispiel die Krise einfach zu leugnen (was uns täglich vor Augen geführt wird). Oder das Gegenteil: Sie als absolute Katastrophe zu betrachten. Sich blind in Aktionismus zu stürzen. Mit niemandem über seine Sorgen und Ängste zu reden. 

Sieben solcher „goldenen Regeln“ hat der Autor hier aufgeführt, erläutert sie kurz auf einer Seite und bietet anschließend zu jeder „Regel“ sieben Impuls zum Weiterdenken an. Also zum Beispiel zur Regel „Eine Krise als absolute Katastrophe betrachten“: Sehe ich mich eher als Optimist, Pessimist, Fatalist oder Realist? Welche Vorteile hat die jeweilige Lebenshaltung? Wovor schützt sie mich? Welche Nachteile hat sie – mit Lebenskrisen allgemein und in der aktuellen Pandemie?

So ist das Büchlein aufgebaut. Am Ende folgt eine kleine Übung: die „Wasserstandsübung“. All das hat man schnell durchgelesen, aber natürlich nicht durchgearbeitet. Die „Regeln“ regen den Leser tatsächlich an, über seinen persönlichen Umgang mit Krisen nachzudenken. All das eignet sich natürlich für jede Art von Lebenskrisen.

Über den persönlichen Umgang mit Krisen

Wesentlich konkreter und damit auch weitaus arbeitsintensiver ist das dazu gehörige Workbook mit dem Untertitel „Hilfe zur Selbsthilfe“. Hierin finden sich abwechselnd kurze theoretische Inputs wie die Definition von Krisen, die Veränderungskurve nach Fatzer oder die Säulen der Identität. Sie führen ebenso wie kleine Geschichten und Fabeln umgehend zu sehr anschaulich beschriebenen Übungen, ob dies Atemübungen, Achtsamkeitsübungen oder auch die Beschäftigung mit den eigenen Werten sind. 

Am Ende folgt der Bezug zum oben beschriebenen Buch, d.h. hier werden die Impulse zu den sieben Regeln noch einmal aufgeführt. Das Arbeitsbuch schließt mit der Anregung, sich „smarte Ziele“ zu setzen und sie in mit Hilfe der angehängten Arbeitsblätter zu Papier zu bringen. 

Auch wenn es meinem Kollegen nicht so ganz gefallen wird: Das Workbook enthält eigentlich alles, was ich brauche, wenn ich die Disziplin und den Willen aufbringe, mich meinen Krisen, sei es nun die durch die Pandemie ausgelösten oder sonstigen schwierigen Situationen zu stellen, so dass ich es guten Gewissens allen empfehlen kann. Aber hier wie bei allen Selbsthilferatgebern gilt: Es gehört schon einiges dazu, sich diesen Übungen zu stellen. Nicht, weil sie schwierig sind, sondern weil man sich die Zeit nehmen muss. Andererseits: Wann, wenn nicht in Zeiten einer solchen Ausnahmesituation wie einer Pandemie, ist dafür der Zeitpunkt genau richtig?

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