23. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Kann man Aufmerksamkeit trainieren?

INSPIRATION: Ein angesagtes Thema: Wir werden immer häufiger abgelenkt und unsere Fähigkeit, die Aufmerksamkeit längere Zeit auf ein uns wichtiges Thema oder bedeutsame Aufgabe zu lenken, sinkt. Kann man trainieren, sich nicht ablenken zu lassen? Oder sogar mehrere Dinge gleichzeitig zu bearbeiten?

Am besten klärt man zuerst, was eigentlich Aufmerksamkeit (im Deutschen oft auch als Konzentration bezeichnet) eigentlich ist bzw. was an dieser Stelle darunter verstanden werden soll: „Ein zielorientierter kognitiver Verarbeitungsmodus, bei dem“ relevante Informationen leichter verarbeitet und irrelevante Informationen abgeschwächt (oder am besten gar nicht) verarbeitet werden. (Geteilte Aufmerksamkeit). Man nimmt also nur das auf und verarbeitet es, was zur Aufgabenerfüllung notwendig ist, alles andere wird abgeblockt.


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Woran man schon erkennen kann, dass das nicht immer unbedingt sinnvoll ist. Wenn im Nebenzimmer ein Kollegen ohnmächtig vom Stuhl fällt, dann sollte mich das schon ablenken, auch wenn ich dadurch von meiner Aufgabe abgehalten werde. Und schon haben wir das Dilemma: Wie soll ich erkennen, welche auftretenden Signale so bedeutsam sind, dass ich sie besser verarbeite und welche keine Bedeutung haben, ich sie also getrost ignorieren kann? Könnte nicht auch eine E-Mail, die rechts oben auf meinem Bildschirm angezeigt wird, existenziell wichtig sein?

Drei Einflussgrößen bestimmen unsere Aufmerksamkeit:

Einstellungen

  1. Die persönlichen Ziele, die wir mit einer Tätigkeit verfolgen. Ist uns etwas sehr wichtig, werden wir sehr aufmerksam sein und alles andere ausblenden.
  2. Die Auffälligkeit der ablenkenden Reize – also das Geräusch, wenn der Kollege vom Stuhl fällt.
  3. Unsere Vorerfahrung mit den ablenkenden Reizen – wenn also nebenan häufiger etwas zu Boden geworfen wird, werden wir uns von dem Geräusch irgendwann nicht mehr ablenken lassen. (Fokussierung der Aufmerksamkeit)

Das Problem, das wir heute vermehrt haben, ist die Menge der Reize, die uns zunehmend ablenken. Wer störte unsere Ruhe, als es noch kein Telefon gab? Sein Klingeln lässt sich schwerlich überhören, es sei denn, man hat die Erfahrung gemacht, dass am anderen Ende ohnehin nur wieder jemand ist, der uns etwas verkaufen will.

Das Aufblinken von Hinweisen auf unserem Bildschirm ist ähnlich alarmierend, es zu ignorieren verflixt schwierig. Zumal es sich ja verstärkt, wenn auf der anderen Seite jemand ungeduldig auf Antwort drängt und die nächste Chat-Nachricht absetzt. Und diese dann noch per Ton und Vibration verstärkt wird.

Laut Experimenten zeigt sich, dass Menschen unterschiedlich gut ablenkende Reize ausblenden können, die Fähigkeit steht in Verbindung mit ihren Leistungen bei komplexen kognitiven Aufgaben. Was jetzt wiederum nicht sonderlich verwundert: Menschen, die sich gut konzentrieren können, bewältigen komplexe Aufgaben besser, und Menschen, die komplexe Aufgaben gut bewältigen, können besser ablenkende Reize ausblenden. Erwähnt wird das deshalb, weil es darauf hindeutet, dass es sich hier eher um eine intellektuelle Fähigkeit und weniger um ein antrainiertes Verhalten handelt – und damit auch die Frage nach der Trainierbarkeit fast schon beantwortet.

Bleibt für alle anderen der bekannte Tipp: Wenn Sie sich einer Sache mit voller Aufmerksamkeit widmen möchten, dann schalten Sie die Störquellen ab. Schließen Sie Ihr E-Mail-Programm, schalten Sie Whatsapp auf stumm und legen das Handy beiseite, hängen Sie ein Schild mit „Bitte nicht stören“ an die Tür. Ziemlich simpel.

Bleibt aber doch noch ein Problem: Was ist mit ablenkenden Gedanken? Mal angenommen, Sie schalten die erwähnten Störquellen aus, so kann es Ihnen dennoch passieren, dass“selbst generierte eigene Gedanken die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und uns ablenken„. Zum Beispiel: „Wollte X mir nicht bis heute Bescheid geben, was bei der Untersuchung herausgekommen ist?“ Der Gedanke ist da und schon werfen wir einen Blick aufs Smartphone. Da ist nichts, also zurück zur Aufgabe. Aber der Gedanke meldet sich wieder. 

Kann dagegen vielleicht doch ein Training helfen? Wäre denkbar, sagen die Experten und raten zu Achtsamkeitstraining. Damit könnten wir üben, ablenkende Gedanken wahrzunehmen, sie zu akzeptieren, aber ohne ihnen eine größere Bedeutung beizumessen und dann wieder zur eigentlichen Aufgabe zurückzukehren. Laut Teilnehmern an solchen Trainings funktioniert das sogar.

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