18. August 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Unendliche Spiele

INSPIRATION: Eine Kernfrage: Wozu sind Unternehmen da? Um andere Unternehmen zu bezwingen? Das wäre ein „endliches“ Spiel. So wie Ziele eher zu endlichen Spielen gehören. Tatsächlich aber sollte es um das langfristige Überleben gehen. Unternehmen sind also Teile von unendlichen Spielen. Was sie benötigen, um zu überleben.

Der Bestseller-Autor Simon Sinek beschreibt in der managerSeminare, warum Führungskräfte eine andere „Spielhaltung“ einnehmen sollten (Strategien für die Ewigkeit). Und wie diese Haltung aussehen könnte. Ich schicke mal vorweg, dass mir das alles sehr sympathisch ist, es aber mich nicht durch die Bank überzeugt.


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Zweifellos ist eine „Vision“ von der Art „Wir wollen die Nr. 1 auf dem XY-Gebiet sein“ blödsinnig. Weil schon die Frage, woran man das überhaupt festmachen will, nicht zu beantworten ist. Die Erklärung dafür: Bei endlichen Spielen, wie dies im Sport der Fall ist, gibt es klare Spielregeln und eine feste Kennzahl, die alle akzeptieren und anhand derer die Nr. 1 gekürt wird. Wer sich innerhalb dieser Regeln bewegt und am Ende eines Spiels auf dem ersten Platz steht, hat gewonnen. Anschließend geht das Spiel von vorne los.

Im Wirtschaftsleben aber gibt es keine Spielregeln, auf die sich alle „Spieler“ verständigt haben. Es gibt einige Prinzipien und Gesetze, an die sich alle halten (oder halten sollten). Aber ansonsten kann jeder Teilnehmer seine Spielweise ändern. Es gibt auch keinen Endpunkt, zu dem der Sieger gekürt wird, keine Ziellinie, keine Zahl, die zu erreichen ist, um „der Beste“ zu sein. Jedes Unternehmen könnte das zwar für sich definieren (z.B. Umsatz, Aktienkurs, Gewinn, Anzahl der Mitarbeiter, Niederlassungen etc.), aber wozu soll das gut sein? Die Nr. 1 in etwas zu sein, das man selbst festgelegt hat und bei dem kein anderer mitspielt? Und was ist, wenn man bezüglich der definierten Kennzahl „vorne“ liegt – was ist damit erreicht? Ist dann das Spiel zu Ende? Oder sucht man sich dann ein neues Ziel, um die Nr. 1 zu sein?

Nun könnte man sagen: Lasst sie doch, wenn es ihnen Spaß macht. Das Problem ist nur: Die anderen Mitspieler wird es wenig interessieren. Und wenn sie schlau sind, dann werden sie nicht so tun, als spielten sie ein endliches Spiel, sondern akzeptieren, dass sie Teilnehmer eines unendlichen Spiels sind. Und dessen Sinn ist es, nicht irgendwelche kurzfristigen Ziele zu erreichen, sondern „im Spiel zu bleiben“, „die Organisation so aufzustellen, dass sie fit genug ist, um immer gut mitspielen zu können.“

Fünf Praktiken

Kann man ganz gut bei Sportvereinen beobachten: Wer lediglich versucht, einmal den Titel zu gewinnen und Millionen in neue Spieler investiert, der mag vielleicht dieses eine Ziel erreichen, aber anschließend in der Bedeutungslosigkeit versinken, wenn es nicht gelingt, den Verein langfristig überlebensfähig aufzustellen. Laut Sinek gibt es fünf Praktiken, die ge…

Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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