13. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Was Sie bei MWonline noch nie gelesen haben …

INSPIRATION: Das ist gleichermaßen faszinierend wie beängstigend: Wenige gesprochene Worte ermöglichen es einer KI, die Stimmen von Personen täuschend nachzubilden. Wenn Sie also demnächst angerufen werden, trauen Sie der Stimme nicht. Andere Programme sind in der Lage, mit Fotos als Vorlage Menschen zum Leben zu erwecken. Briefe im Stil von bekannten Autoren schreiben zu lassen, ist kein Hexenwerk mehr. Da erscheinen Fake-News geradezu als lächerlich.

Welcher Nachricht dürfen wir jetzt und in Zukunft überhaupt noch trauen? Geht es Ihnen auch schon so, dass Sie, sobald ihnen jemand etwas Ungewöhnliches erzählt, erst mal fragen, woher er das denn hat? Ich jedenfalls merke, dass ich immer skeptischer werde und z.B. Quellen aus dem Internet extrem vorsichtig verwende.


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Aber all das ist nicht neu. Desinformation gab es schon immer. Römische Münzen mit korrumpierender Propaganda, Berichte über Mondkolonien im Jahr 1835 in einer New Yorker Zeitung, die den Verkauf ankurbelten, retuschierte Fotos von Mao Tse-tung – um von der BILD-Zeitung ganz zu schweigen. Der Unterschied zu heute: Damals konnten nur die Mächtigen solche Fälschungen produzieren, heute kann es jeder (Hallo, wer spricht da?).

Stammtisch mit Megafon

Auch die viel gescholtenen Filterblasen gab es früher schon, Stichwort Stammtisch und akademische Lesezirkel. Die gibt es nun in den sozialen Medien – aber das hat auch einen Vorteil. „Wir sehen klarer als früher, welchen Quatsch manche Menschen denken.“ Anders als früher werden die Vertreter extremer Meinungen heute eher mit dem Gegenteil konfrontiert. Was allerdings böse Konsequenzen haben kann, wenn aus Missverständnissen Todesdrohungen werden.

Die Folge ist ein „kommunikativer Kontrollverlust“. Früher kannten wir zumindest den Absender, heute können wir nicht sicher sein, ob eine Information von dem stammt, von dem sie vorgibt zu stammen. Eine Katastrophe? Naja, zumindest sind solche Verunsicherungen auch nicht neu, sie sind Folge des Technologiesprungs. Vor 600 Jahren war das der Buchdruck. Was wir brauchen, ist Zeit. „Unsere gesellschaftliche Konventionen und unsere innere Verfasstheit müssen mit diesen technischen Neuerung mithalten.“

Zurück lügen?

Was hilft? Der Faktencheck. Es gibt inzwischen eine Reihe von Versuchen, die vielen Lügen zu entlarven, indem man sorgfältig die Fakten checkt. Das aber hat Nachteile. Zum einen werden die falschen Nachrichten dabei stets zuerst wiederholt, was ihnen neue Aufmerksamkeit beschert. Zum anderen drohen wir uns in Detaildiskussionen zu verlieren nach dem Motto: „Was genau stimmt nicht? Welche Zahl ist korrekt?“ statt über die wichtigen Themen zu sprechen, die eigentlichen Absichten, die hinter den Fakenews stecken?

Zurück lügen ist eine witzige Idee. Die Methoden der Fälscher verwenden. Also reißerische Überschriften und falsche Nachrichten an den Anfang setzen, um dann diese sofort zu korrigieren (Manchen Menschen ist die Wahrheit egal). Hat den Vorteil, dass die Nachricht auch von Menschen verbreitet wird, die nicht weiter lesen und glauben, sie sei ein weiterer Beleg für ihre kruden Ideen. (Wenn Sie sich fragen, was Sie denn nun bei MWonline noch nie gelesen haben – reingelegt. Ein Titel, der Sie nur zum Lesen verleiten sollte.) Funktioniert aber sicher nicht als langfristige Strategie.

Doomscrolling

Als Individuen können wir schon etwas tun. Ob „News Avoidance“, das bewusste Vermeiden von Nachrichten, eine gute Idee ist, bezweifle ich, wenn ich den Ansatz durchaus nachempfinden kann. Sich von Webseiten mit endlosem Nachrichtenfluss fernhalten ist schon eine bessere Idee. Kennen Sie das? Sie können endlos weiter scrollen (Doomscrolling oder Doomsurfing), jede Überschrift enthält eine neue Katastophen-Meldung, und man hört gar nicht mehr auf mit dem Konsum. Auffallend, dass auch seriöse Medien inzwischen Endlos-Seiten anbieten.

Die angesprochene Skepsis pflegen. Bei unbekannten Telefon-Nummern trotz vertrauter Stimme erst mal vorsichtig sein, sich über erstaunliche Fotos erst mal wundern und genauer hinschauen, bei ärgerlichen Meldungen nicht sofort auf den Teilen- oder Like-Button klicken.

Aber auch gesellschaftlich könnten sich die Dinge ändern. Ob die Zeiten der großen Plattformen wirklich vorbei sind, wird sich zeigen. Tatsächlich tauchen immer wieder neue Angebote auf, was gut ist, denn dann steigt die Zahl der Quellen. Konstruktiver Journalismus ist auch eine gute Idee – einer, der nicht auf Skandale und Katastrophen aus ist, um Leser zu fangen und für Werbende intereressant ist. Da bietet sich ein von Genossenschaften oder Stiftungen finanzierter Journalismus an (Lagerfeuer und Kühlmittel). Was mir einen Link zu den Krautreportern Wert ist.

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