24. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

WOOP

PRAXIS: Über „Wenn-Dann-Pläne“ habe ich schon geschrieben. Diese sind Teil eines kleinen Programms namens WOOP, mit dem wir uns helfen, kleine und auch größere Ziele zu erreichen. Dass es funktioniert, ist wissenschaftlich erforscht. Es geht dabei auch darum, uns ein wenig selbst zu überlisten.

Wenn-Dann-Pläne sind einfach aufzustellen: „Wenn es zwölf Uhr ist, beginne ich mit meiner Rückengymnastik!“ Oder: „Wenn ich eine Mail weiterleite, schreibe ich zu Beginn der Mail, worum es geht und warum ich sie weiterleite.“ Das zweite Beispiel stammt aus einem Beitrag im Harvard Business Manager (Wie Sie Ihr Gehirn überlisten), in dem der Autor verspricht, dass man mit derartigen Wenn-Dann-Plänen auch im Team arbeiten kann. Tatsächlich habe bei dem Beispiel der Plan, den Teammitglieder vereinbart hatten, dazu geführt, dass die reflexartige Weiterleitung von Mails schlagartig zu Ende war.


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Im gleichen Beitrag ist auch von Experimenten die Rede, in denen man die Wirkung von Wenn-Dann-Plänen untersucht hat. Danach gaben Mitarbeiter mit diesen Plänen wöchentliche Statusberichte 1,5 Stunden zu spät ab, wenn solche Pläne fehlten, waren es im Schnitt acht Stunden. Das Abtasten der eigenen Brust zur Krebsvorsorge fand mit Plan zu 100% statt, ohne nur zu 53%. Regelmäßiges Sporttreiben: Mit Plan 91%, ohne Plan 39%. Medizin einnehmen: Mit Plan 79%, ohne Plan 55%.

Es wird zudem erklärt, dass es keineswegs schadet, wenn die Formulierungen sperrig klingen, also: „Wenn es Mittwochmorgen ist, erledige ich die Ablage.“ oder: „Wenn es der zweite Donnerstag im Monat 15.00 Uhr ist, treffen wir uns zum Jour fixe.“ Solch etwas schräge Sätze bleiben sogar besser hängen. Und noch ein Tipp: Hin und wieder die Wenn-Dann-Pläne überprüfen und mit alternativen Formulierungen arbeiten, dann erhöht sich die Chance auf eine Umsetzung.

Und was ist mit WOOP?

Im Interview erklären Gabriele Oettingen und Peter Gollwitzer, wie man diese Wenn-Dann-Pläne in ein kleines Programm integriert und regelmäßig anwendet („Ordentlicher Schuss Realität“). WOOP steht für Wish, Outcome, Obstacle und Plan. Man beginnt mit der Formulierung eines konkreten Wunsches, der, keine große Neuigkeit, durchaus anspruchsvoll, aber natürlich erreichbar sein sollte: „Ich möchte die Klaviersonate bis Ende des Monats auswenig spielen können.“ Den Wunsch halten Sie in wenigen Stichworten fest. Dann malen Sie sich aus, wie sich das anfühlt, nach dem Motto: „Was wäre das Schönste, wenn ich mir diesen Wunsch erfülle?“ Das schönste Ergebnis notieren Sie ebenfalls.

Dann folgt das, was die Autoren „mentale Kontrastierung“ nennen. Anders als beim bloßen Erträumen eines erwünschten Resultats beschäftigen Sie sich im dritten Schritt mit möglichen Hindernissen. Irgendeine Angewohnheit, eine Überzeugung, eine Emotion – was auch immer. Das Hindernis stellen Sie sich auch lebhaft vor und halten es in Stichworten fest: „Ich habe keine Geduld und gebe nach wenigen fehlerhaften Versuchen auf.“

Und schließlich der Wenn-Dann-Plan nach dem obigen Muster: „Wenn ich die Lust verliere, wiederhole ich die entsprechende Passage noch fünf Mal.“ Es funktioniert, so viel sei versprochen. Denn genau diese Stelle, an der das Hindernis eintritt, wird mit der Handlung verknüpft, die Sie sich vorgenommen haben – vielleicht erst ganz bewusst, aber durchaus auch unbewusst. Ausprobieren. Und wichtig: Notieren Sie sich sowohl das Ziel, das Hindernis als auch den Wenn-Dann-Plan!

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