6. September 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Workforce-Culture-Alignment

KRITIK: Die Idee ist nicht „kleinzukriegen“: Man analysiere die Ist-Kultur, definiere eine Soll-Kultur und bringe dann die Mitarbeiter dazu, die neue Kultur zu leben. Neue Studien zeigen, wie viel Unternehmen in dieses Unterfangen stecken – und doch nicht zufrieden sind.

Eins scheint sicher: Das Thema „Unternehmenskultur“ hat Hochkonjunktur. Man hat Analystenkonferenzen analysiert und festgestellt, dass die Erwähnung des Begriffs seit 2010 jährlich um 12 Prozent steigt (Ein Kultur-Guide für HR). Bei Befragungen von Führungskräften und Mitarbeitern stellte sich heraus, dass Unternehmen zunehmend Wert darauf legen, dass die Passung zwischen Mitarbeiter und gewünschter Kultur stimmt. So spielen Kulturfaktoren bei der Rekrutierung von Mitarbeitern eine immer größere Rolle.


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Gleichzeitig aber sind nur 31% der Führungskräfte davon überzeugt, dass ihr Unternehmen tatsächlich die richtige Kultur hat. Wunderbare Argumente für alle, die Veränderungsprozesse begleiten und Organisationen dabei beraten. Was dabei herauskommt, nennt sich nun „Workforce-Culture-Alignment“ (WCA) – was soviel heißen soll: Wie kriege ich Mitarbeiter dazu, die gewünschte Kultur im Alltag zu leben?

Der Berater und Autor des Beitrags im Personalmagazin hat drei „Lücken“ ausgemacht, die Mitarbeiter genau daran hindern:

3 Lücken

  1. Wissenslücke: Die Mitarbeiter wissen gar nicht, welche Kultur die Organisation braucht. Gemeint ist wohl: Welche Kultur sich das Management wünscht.
  2. Mindset-Lücke: Die Mitarbeiter glauben nicht daran, dass die anvisierte Kultur die richtige ist.
  3. Verhaltenslücke: Die Mitarbeiter verhalten sich nicht so, wie es die angestrebte Kultur erfordert.

Die dritte „Lücke“ verstehe ich nicht. Ist diese nicht lediglich die Konsequenz aus der ersten und zweiten? Vielleicht ist eher eine „Könnenslücke“ gemeint: Die Mitarbeiter wissen vielleicht, was gewollt ist und denken auch, dass dies sinnvoll ist, aber schaffen es aus unterschiedlichen Gründen nicht, sich entsprechend zu verhalten. Weil sie vielleicht festgefahren sind in gewohntem Verhalten. Oder ihnen die Fähigkeiten fehlen. Oder sie fürchten, sich zu blamieren – was auch immer.

Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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