11. September 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Zynische Mitarbeiter

INSPIRATION: Wer hat nicht schon mal zynische Bemerkungen über seinen Arbeitgeber, seinen Chef oder die Bedingungen an seinem Arbeitsplatz gemacht? Hin und wieder mal zynisch werden kann entlasten. Aber wenn sich Zynismus breit macht, wird es schwierig. Vorbeugend lässt sich viel machen, aber auch wenn er einmal um sich gegriffen hat, gibt es „Heilungschancen“.

Kürzlich sprach ich mit einem Geschäftsführer einer kleinen Gesellschaft, die von einem größeren Konzern übernommen worden war. Die Geschichten über das, was ihm täglich widerfährt, waren haarsträubend. Die Art und Weise, wie er über die Verantwortlichen bzw. das Unternehmen sprach, erschreckend – da kamen Resignation und bitterer Sarkasmus zum Ausdruck. Es war spürbar, wie sehr er sich für seine Organisation und seine Mitarbeiter verantwortlich fühlte und gleichzeitig den starken Drang verspürte, „die Brocken hinzuschmeißen“.


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Der Konzern hatte aber auch so alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte, Zynismus war die logische Reaktion auf die Ereignisse. Gut erkennbar waren die drei Dimensionen von Zynismus (Umgang mit zynischen Mitarbeitern):

  • Kognitiv: Die Zyniker fühlen sich reingelegt, Worte und Taten stimmen für sie nicht überein, die Diskrepanz wird als absichtliche Irreführung verstanden.
  • Affektiv: Die Betroffenen empfinden Enttäuschung, Wut, zum Teil Scham, weil sie Teil der Organisation sind.
  • Verhalten: Sie erzählen anderen, auch unbeteiligten Dritten, vom Irrsinn in ihrem Unternehmen und machen ihre Verachtung deutlich.

Dass all das zum einen psychisch und physisch stark belastend ist, oft zur Reduzierung des Engagements (Dienst nach Vorschrift) und erhöhten Abwesenheiten führt, ist nachvollziehbar, eine höhere Fluktuation im Unternehmen ist oft die Folge. Außerdem steckt Zynismus an, und es ist wohl auch davon auszugehen, dass er nicht schlagartig verschwindet, wenn man einen neuen Arbeitgeber findet.

Präventive Maßnahmen

Was also tun? In Kürze und ganz einfach: Nichts versprechen, was man nicht halten kann, Mitarbeiter einbeziehen und deren Vorschläge ernst nehmen, Leistungen wertschätzen und fair honorieren und als Führungskraft nicht selbst Zynismus vorleben. Sollte doch nicht so schwer sein, meint man …

Mal etwas ausführlicher: Hätte jemand diesem Geschäftsführer vorher erzählt, was alles auf ihn zukommt nach der Übernahme, die Risiken und Konsequenzen ausführlich besprochen und so eine realistische Einschätzung ermöglicht, würde ihn die Situation vermutlich auch belasten. Aber er hätte zumindest gewusst, was auf ihn zukommt. Sodann ist ein ständiger Austausch, und zwar auf persönlicher Ebene, die direkte Kommunikation mit den Entscheidungsträgern wichtig, so dass die Probleme angesprochen werden können.

Dazu gehört die berühmte Tra…

Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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