24. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Ausreden

INSPIRATION: Diversity gehört zwar zum verbreiteten Managervokabular. Doch oft bleibt es bei Lippenbekenntnissen und Taten folgen wenige. Zugleich hört man immer wieder Zwischentöne, die irritieren. Weil man daraus schließen kann, dass es mit einem Verständnis in der Fläche auch noch nicht so weit her ist. Vorurteile halten sich hartnäckig. Autorin Victoria Wagner (Weshalb Diversität mehr als nur ein Buzzword ist) tritt an, solche typischen Phrasen einmal abzuarbeiten und vom Tisch zu fegen. Das ist anregend, weil man daraus gleich Diversity-Aktionen im Unternehmen basteln kann.

Damit Diversity-Themen nicht gleich schon wieder augenrollend als „Peanuts“ abgetan werden können, stellt die Autorin zu Beginn exemplarisch die Größenordnung eines Aspekts klar: „Deutschland ist seit über 50 Jahren Einwanderungsland. Knapp 27 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen haben eine Migrationsgeschichte. Das sind über 22 Millionen Menschen aus mehr als 190 Ländern.“ Grund genug, sich ans Werk zu machen und Diversity zu nutzen. Doch Deutschland schneidet in internationalen Diversity-Rankings ziemlich schlecht ab. Die Hausarbeiten sind schlicht seit Jahrzehnten nicht gemacht worden. Wie lauten die gängigen Ausreden? Und wie lassen sie sich widerlegen? Hier kommt eine kleine Anleitung zur Widerrede:


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Die Hausarbeiten sind nicht gemacht worden

  • „Wir würden ja gerne vielfältiger einstellen, aber es mangelt an Bewerbungen.“ Verdächtig blauäugig bei 47 Prozent Frauen unter den Erwerbstätigen. Vielleicht sollte man die Frage besser umdrehen: Welche förderlichen Arbeitsbedingungen (Das Florian-Prinzip der Diversity) bietet das Unternehmen z.B. für Frauen?
  • „Diversität richtet sich gegen Männer in Führungspositionen.“ Seltsame Argumentation: Diversity inkludiert doch auch Männer. Männer sind nicht Gegner, sondern Verbündete. So what? Bekommen da manche etwa kalte Füße (Männerfrust)?
  • „Warum sprechen auf einmal alle über Diversität? Deutschland steht doch wirtschaftlich gut da!“ Vielleicht könnte es aber noch viel besser dastehen, wenn man dem Thema mehr Aufmerksamkeit schenken würde. So wurde für die breite Öffentlichkeit erst offensichtlich, dass Deutschland ein gigantisches Digitalisierungsproblem hat, als die Coronazeiten ausbrachen.
  • „Erst einmal müssen wir andere wichtige Themen angehen, bevor wir uns der Diversität widmen können.“ Welche Themen sollen das sein? Hand aufs Herz! Fachkräftemangel und demografische Entwicklung etwa? Wenn das nicht fette Diversity-Themen sind …
  • „Diversität ist bei uns kein Thema, wir haben bereits genug Frauen im Unternehmen.“ Soll das eine Ausrede oder ein Argument sein? Gibt es nicht noch weitere wichtige Diversity-Themen wie Disability, Ethnicity, Generation, LGBT+ und Social Mobility?
  • „Wir setzen uns für mehr Diversität ein und hissen die Regenbogenflagge.“ Löblich, doch passiert noch mehr als Marketing-Konfetti-Beschuss? Gelangt Diversity auch in die Zielvereinbarungen und Bonussysteme?
  • „Für ein gutes Diversitätsmanagement fehlt uns die Datenbasis, da wir die Daten zur Diversität der Belegschaft ja nicht erheben dürfen.“ Faule Ausrede: Man kann auch mit Annäherungen, mit Hochrechnungen und der Freiwilligkeit der Betroffenen arbeiten. Man muss es nur wollen.
  • „Junge Menschen mögen zwar digital versierter sein, aber für Führung braucht es jahrelange Erfahrung.“ Es soll Leute geben, die es versäumen, aus ihrer jahrelangen Erfahrung zu lernen. Vielleicht sind es gar nicht so wenige. Graue Schläfen und Greisenbonus – was für billige Argumente. Warum sollen nicht auch junge Mitarbeitende gute Führungskräfte sein können. Vielleicht sogar bessere?
  • „Solange Qualifikation und Arbeitseinstellung stimmen, kann sich jede:r bei uns bewerben.“ Und bekommt jede:r auch die gleiche Chance? Warum arbeiten Unternehmen nicht mit anonymen Bewerbungen? Kein Foto, kein Name, kein Alter …
  • „Diversität und Inklusion können sich nur große Unternehmen leisten.“ Ach, echt? Bei Diversity geht es um Potenzialentwicklung. Unternehmen investieren doch auch in andere Chancen. Wo bleibt die Logik?

Es juckt es mir doch gleich in den Fingern: Was für schöne Kampagnen und Aktionen lassen sich doch hieraus basteln? Ich bin gespannt davon zu hören …

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