23. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Einsamer Beruf

INSPIRATION: Die gute Nachricht: Dass Coaching einen positiven Effekt für den Coachee hat, ist wissenschaftlich belegt, auch wenn laut Meta-Studien die Effekte mittelstark sind. Fest steht, dass Menschen, die gecoacht werden, sich positiv verändern. Die weniger gute Nachricht: Dem Coach selbst geht es oft weniger gut. Das zeigen Meta-Studien von Carsten Schermuly (Viele Coachs leiden unter ihren Unzulänglichkeiten), nachzulesen in seinem neuen Buch „Erfolgreiches Business Coaching“.

Tatsächlich erleben Coachs Selbstzweifel, fühlen sich unsicher und schwach und leiden unter der Verantwortung, „die sie für das Schicksal eines Klienten spüren“ (Viele Coachs leiden unter ihren Unzulänglichkeiten). Laut Studien empfinden Coachs sogar dreimal so viele Nebenwirkungen nach den Coaching-Sitzungen wie die Klienten. Es gibt verschiedene Klagen auf Seiten der Coachs:


Anzeige:

Seit mehr als 20 Jahren berate und begleite ich Mitarbeitende und Führungskräfte in Non-Profit-Organisationen, sozialen Einrichtungen, Vereinen und Verbänden bei individuellen oder strukturellen Entwicklungs- und Veränderungsprozessen. Zur Webseite...


  • Coachs waren häufig selbst früher in Unternehmen beschäftigt und haben unter ähnlichen Bedingungen gelitten wie ihre Klienten. Manche Themen erzeugen daher „Widerhall“, die Erinnerungen sind noch wach.
  • Coachs haben Angst vor hochrangigen Managern. Läuft das Coaching nicht wie erhofft, fürchten sie um ihre finanzielle Existenz, denn ein unzufriedener Klient kann schnell den Ausschluss aus dem Coaching-Pool eines Unternehmens bedeuten.
  • Jüngere Coachs fühlen sich unsicher in ihrer Rolle und fürchten, ihr nicht gerecht zu werden.
  • Nähe und Distanz zu managen fällt schwer, wenn z.B. Klienten mehr Nähe möchten als für das Coaching sinnvoll ist.
  • Coaching ist Beziehungsarbeit und Kommunikation. Wie Trainer kennen Coachs das Problem, dass sie nach einem Tag voller Gespräche keine Kraft und Lust mehr haben, mit Freunden und Familie zu reden, sie sind kommunikationsmüde.
  • Coach ist ein eher „einsamer“ Beruf – Coachs haben keine Kollegen oder Teammitglieder, mit denen sie sich in der Teeküche austauschen können.
  • Coachs leiden auch unter den Themen der Klienten – sie langweilen sich, empfinden Ärger, wenn der Klient bestimmte Werte vertritt oder keine Fortschritte erkennen lassen. Gefühle, die sie wiederum als unpassend empfinden.
  • Coachs sind enttäuscht, dass sie die Langzeitwirkung ihrer Arbeit nicht erleben dürfen. Sie bekommen nur mit, welchen kurzfristigen Erfolg ihre Arbeit hat.

Die Empfehlungen sind naheliegend: Supervision sollte für jeden Coach zum Standard gehören. Und was die Langzeitwirkungen betrifft: Als Coach sollte man anbieten, einen späteren Follow-up Termin zu vereinbaren, das hilft sowohl dem Klienten als auch dem Coach. Vielleicht sollte man diesen sogar als Gratisangebot machen, damit zeigt man zum einen, dass man an der Wirkung seiner Arbeit interessiert ist und tut zum anderen etwas für das eigene Wohlbefinden.

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert