23. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Gefährlicher Kreislauf

INSPIRATION: Manch einen trifft die Kündigung wie aus heiterem Himmel, weil sich einfach die Arbeitsbedingungen geändert haben. Aber egal aus welchem Grund jemand seinen Job verliert, die Gefahr, stigmatisiert zu werden, ist groß. In der Folge rutschen Menschen in einen gefährlichen Kreislauf aus Selbstzweifeln, Enttäuschungen und Mutlosigkeit.

Das Bittere daran: Nicht nur, dass man anfängt, an sich selbst zu zweifeln – auch das Umfeld reagiert argwöhnisch. Studien haben dazu etliche Ergebnisse vorgelegt. So hat man Menschen Lebensläufe vorgestellt, wobei man einer Gruppe weismachte, diese stammten von Arbeitslosen, während alle anderen annahmen, dass sie von Berufstätigen erstellt worden waren. Mit dem Ergebnis, dass die vermeintlich Arbeitslosen als „weniger kompetent, kaltherziger und generell eher ungeeignet für einen Job eingeschätzt wurden“ (Bewerber vom Amt). Arbeitslosigkeit quasi als Persönlichkeitsmerkmal…

Auch bitter: In einer Umfrage von 2012 glaubten mehr als die Hälfte der befragten Deutschen, dass Arbeitslose faul seien – egal, ob sie den Job erst vor wenigen Tagen verloren oder ob sie selbst gekündigt hatten.

Eine Studie aus den USA von 2014 kam zu ähnlich frustrierenden Erkenntnissen: Die Forscher verschickten 1.500 fiktive Bewerbungen. Die vermeintlichen Bewerber unterschieden sich nur in zwei Merkmalen: Die eine Hälfte war Berufsanfänger und erst sein wenigen Tagen auf Jobsuche, die andere war seit sechs Monaten arbeitslos, verfügte aber über einschlägige Berufserfahrung. Und siehe da: Die Unternehmen luden lieber die Anfänger zu Bewerbungsgesprächen ein als die Berufserfahrenen.

Was also tun, wenn man in die undankbare Situation geraten ist? Die Experten empfehlen, die Trennungsgeschichte aufzuschreiben und die Selbstpräsentation zu üben. Viele hätten verlernt, Marketing in eigener Sache zu betreiben. Vor allem aber sollte man das eigene berufliche Netzwerk nutzen und hier offen die Suche nach einer neuen Stelle kommunizieren. Denn damit beginnt ja das eigentliche Dilemma: Wer sich selbst verantwortlich fühlt für die eigenen Situation und sich somit selbst verurteilt, der wird kaum mit dem Selbstvertrauen auftreten, das man zeigt, wenn man sich ungekündigt auf eine neue Stelle bewirbt. Also mutig sein und sich umgehend an die Menschen wenden, die man kennt, und sie bitten, die Augen aufzuhalten. Und dabei die Geschichte der Kündigung überzeugend vertreten.

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