12. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Mit Geschichten Zukunft gestalten

INSPIRATION: Geschichten über die Zukunft haben Hochkonjunktur. Einflussreiche Menschen erklären uns, wie sich die Welt verändern wird. Ihre Erzählungen beeinflussen damit Entscheidungen von Wirtschaftsführern und Politikern, die dafür sorgen, dass sich die Zukunft genau so entwickelt. Aber nur, wenn die Geschichten gut sind.

Wie Yuval Harari in seinem Bestseller „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ so wunderbar beschreibt, haben wir Menschen die Fähigkeit, „uns über Dinge auszutauschen, die es gar nicht gibt„. Nur so ist es überhaupt möglich, dass sich große Gruppen verständigen und vor allem kooperieren können. Irgendein einflussreicher Erzähler hat über Götter und Schicksal gesprochen und die Menschen überzeugt, sie haben sich verbunden und die Welt verändert. 


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Wer auch immer von fernen, unentdeckten Ländern hinter dem Horizont erzählt hat und seiner Fantasie freien Lauf gelassen hat – er hat Menschen überzeugt, loszusegeln und diese Länder zu entdecken. „Ohne Geschichten einer verheißungsvollen Zukunft würde man gleich sagen: Lassen wir doch alles beim Alten. („Geschichten über die Zukunft schaffen parallele Realitäten“).

Wenn also Jeremy Rifkin, ein bekannter Ökonom, erklärt, dass in Zukunft die Grenzkosten auch in der Produktion gegen Null gehen werden (also nachdem ein Produkt einmal entwickelt wurde, es anschließend ohne große Kosten beliebig oft vervielfältigt und weitergegeben werden kann wie ein Softwareprogramm) und damit das Ende des Kapitalismus, so wie wir ihn kennen, nahe ist – kann er mit dieser „Geschichte“ den Lauf der Dinge in diese Richtung beeinflussen?

Jens Beckert erklärt im Brandeins-Interview, dass Geschichten, die funktionieren sollen, mehrere Bedingungen erfüllen müssen:

  • Sie müssen sich in einen bekannten Erzählrahmen einbetten lassen.
  • Sie brauchen einen rhetorischen Spannungsbogen und eine überzeugende Handlung.
  • Das Handeln der Akteure in der Geschichte muss glaubwürdig und nachvollziehbar sein.
  • Die Geschichte sollte eine Überraschung, einen Bruch mit dem Bestehenden und enthalten und die Fantasie wecken.
  • Der Erzähler muss einflussreich, ja charismatisch sein. Und wenn er selbst nicht einflussreich ist, dann muss er mächtigere Akteure von seiner Erzählung überzeugen.

Wenn eine Geschichte eine nachhaltige Wirkung entfaltet, dann verhalten sich die Menschen so, als würde sich die Realität tatsächlich entsprechend entwickeln. So wie ein Elon Musk es geschafft hat, die Welt von der Zukunft des Elektro-Autos zu überzeugen. Und zwar so erfolgreich, dass große Konzerne, die vorher keinen Finger gerührt haben, inzwischen verkünden, dass sie ganz auf Elektro-Mobilität umstellen.

Auch wenn hier von den großen Visionen, jenen, die die Welt verändern, die Rede ist: So etwas geschieht doch auch täglich in jeder Organisation. Wenn es jemandem gelingt, mit einer guten Zukunftsgeschichte Menschen für sich zu gewinnen, sie zu bewegen, für diese Zukunft sich zu engagieren, entstehen all diese Initiativen, Organisationen und Unternehmen, die Dinge in Gang bringen. Das Problem ist, dass man offenbar noch so gute Geschichten erzählen kann – am Ende muss man andere von ihr überzeugen, und am besten jene, die über möglichst viel Einfluss verfügen. Ob eine Geschichte tatsächlich die Zukunft beeinflusst, weiß man immer erst – in der Zukunft.

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