10. September 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Reporting als Abfallprodukt

INSPIRATION: Vor über zwei Jahren habe ich zum ersten Mal von OKR (Objectives and Key Results) gelesen und darüber berichtet. Damals mit einer sehr skeptischen Einschätzung, stark beeinflusst von eigenen Erfahrungen mit MbO (Management by Objectives). Das Modell wird aber weiter angeboten und offenbar auch mit Erfolg genutzt. Zumindest lassen die vielen Beiträge in dem Schwerpunktheft des Personalmagazin diesen Schluss zu.

Ich werde die Eckpunkte des Konzeptes hier nicht noch einmal beschreiben, in groben Zügen sind sie in dem älteren Beitrag enthalten. Das eine oder andere aus den Beiträgen in der aktuellen Ausgaben hat bei mir zumindest für Neugier gesorgt und dazu, einige Aspekte des Modells zu ergänzen.


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OKR reduziert die Komplexität nicht, sondern erhöht sie im Vergleich zum MbO. Was aber nicht weiter verwunderlich ist, denn bei dem naiven Versuch, Jahresziele zu formulieren, wurde irgendwann deutlich, dass es damit auf keinen Fall getan ist. Wenn aber regelmäßig (z.B. alle drei Monate) geschaut wird, wo man steht, erhöht das den Aufwand natürlich. Das muss aber keineswegs ein Nachteil sein: Regelmäßig zu schauen, wo man steht, ob man die Ziele erreicht hat und wenn nicht, woran das liegt, ist ja auf jeden Fall ein Fortschritt.

OKR sollen Energie freisetzen

OKR hat weniger steuernde als motivierende Wirkung (OKR ist mehr als eine Mode). Dadurch, dass die Ziele immer herausfordernd sein sollen, aber niemand abgestraft wird, wenn er oder das Team sie nicht erreicht, führt dies nicht zur De-Motivation. Sondern erfüllt den ursprünglichen Zweck von Zielen: Dass sie Energie freisetzen. 

Der motivierende Aspekt hat vor allem etwas mit Transparenz zu tun. Mitarbeiter wissen, wo das Unternehmen steht und wofür sie sich engagieren. Das klappt natürlich nur, wenn der Sinn der Projekte und ihre Verbindung zur Strategie klar sind. Ob es dafür einen „Purpose“ braucht, lasse ich mal so stehen. Dass Gestaltungsfreiräume ermöglicht werden müssen, Verantwortlichkeiten klar geregelt sein sollten und das Top-Management sich „committen“ muss, sind eher banal…

Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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