22. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Runder Tisch der Auftraggeber

PRAXIS: Wenn der Coachee mit seinem Anliegen ins Coaching kommt, finden sich in der Regel neben den eigenen Erwartungen und Wünschen auch immer weitere Beteiligte an der Situation – Unterstützer, Bremser, Gegner, Verbündete… Deren „Aufträge“ und die eigenen Ansprüche zu visualisieren ist der Sinn dieses Tools.

Wobei die verschiedenen Erwartungen an den Klienten nicht unbedingt offen auf dem Tisch liegen, sondern häufig verdeckt sind. Das Tool nimmt Anleihen aus verschiedenen Ansätzen, so aus der Aufstellungsarbeit oder dem Inneren Team. Zunächst wird die Fragestellung für die Sitzung geklärt, dann schlägt der Coach die Übung „Der Runde Tisch der Auftraggeber“ vor und erläutert den Sinn und das Vorgehen. Dass man sich dabei mit den verschiedenen Auftraggebern beschäftigt, die gerade nicht am Tisch sitzen sowie den eigenen, inneren Auftraggebern und deren Handlungsaufforderungen.


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Zur Auswahl stehen drei verschiedene Figuren, z.B. aus Holz in Form dreier Hüte (spitzer Hut, Zylinder, runder Hut, jeweils mehrere von jedem). Diese symbolisieren einmal Personen, die direkt an der Fragestellung bzw. an dem Ziel beteiligt sind, dann diejenigen, die indirekt beteiligt sind (graue Eminenzen) und schließlich die eigenen Anteile. Der Coachee wählt die entsprechenden Figuren aus und benennt sie.

Im zweiten Schritt formuliert er die Erwartungen bzw. Handlungsaufforderungen der „Auftraggeber“, z.B. „Zeige mehr Engagement!“ – „Kümmere dich mehr um die Kinder!“ – „Nimm nicht so viel Rücksicht auf andere!“ Der Coach schreibt diese auf Karten und legt sie zu der stellvertretenden Figur. Dabei wählt er unterschiedliche Farben für die Karten, je nachdem, ob die Aufforderung offen oder verdeckt ist (z.B. gelb für offene und rot für verdeckte Aufträge). Bei den inneren Anteilen bittet er den Coachee, ihnen Namen zu geben (analog zum inneren Team).

Wenn alle Auftraggeber benannt und ihre Aufträge formuliert wurden, lädt der Coach zur Prozessauswertung ein mit Fragen wie: Welche Anforderungen waren Ihnen schon vorher bekannt? Was ist neu? Welche sind noch unklar? Anschließend geht es darum, welche Aufträge weiter behandelt werden sollen: „Mit welchen Botschaften möchten Sie sich näher befassen?“

Bei diesen geht es fann um die Frage, welchen Aufträgen der Klient gut folgen kann, mit welchen er Probleme hat: „Welche Aufträge entsprechen Ihren eigenen Überzeugungen und Werten? Welche eher nicht? Welche sind vereinbar, wo gibt es Widersprüche? Welchen möchten Sie mehr als bisher folgen, welchen weniger?“

Schließlich werden hieraus Handlungsoptionen abgeleitet: „Wie wollen Sie in Zukunft mit den Aufträgen umgehen? Welche möchten Sie zurückweisen? Wie könnte das genau geschehen? Was wären die Folgen? Wie könnten Sie (zusammen mit den Auftraggebern) die Anforderungen ändern bzw. modifizieren?“

(nach Hans-Jürgen Balz: Der Runde Tisch der Auftraggeber – Welche Hüte sind im Spiel? Coaching Magazin 2/2018 S.43-46)

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