24. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Scherzkompetenz gefragt

INSPIRATION: Das gemeinschaftliche Lachen über einen verstandenen Scherz lenkt die Aufmerksamkeit wieder auf Gemeinsamkeiten und ermöglicht so eine konstruktive Konfliktlösung. Nun weiß allerdings jeder: Was der eine lustig findet, findet die andere gar nicht lustig… Denn Komik muss kulturell passen – auch im gemeinsamen Unternehmen. Denn verschiedene Geschäftsbereiche – z.B. Produktion und Vertrieb – ticken unterschiedlich, haben also eigene Überzeugungen, teilen Werte sowie Vorurteile. Wenn es dann zum Konflikt kommt, prallen solche Welten aufeinander. Gerne werden dann die (verbalen) Langschwerter aus dem Schrank geholt und der Konflikt eskaliert. Der Einsatz von Komik könnte hier einen eleganten Ausweg darstellen. Die Autoren (Komik in Konflikten) differenzieren diverse komische Formen: Zynismus, Sarkasmus, Ironie, Selbstironie sowie den freundlichen Humor. Und zeigen damit, es lohnt sich, ein wenig tiefer ins Thema einzusteigen wie schon an anderer Stelle (Gefürchteter Humor) geschehen.

Eine spontane, personen- und situationsangepasste, schlagfertige Art der Komik ist der Scherz. Er zeichnet sich durch Weisheit, Esprit oder Cleverness aus. Weil etwas Bekanntes, das an gemeinsames (Insider-)Wissen anknüpft, in einen anderen Kontext gestellt wird, ist die Wirkung ein Überraschungseffekt. Wenn er gelingt, ist seine Wirkung groß. Doch wie schon eingangs erwähnt, der Scherz trifft auf Menschen, die durch eigene organisationskulturelle Hintergründe geprägt sind. Treffen zwei unterschiedliche Scherzkulturen aufeinander, kann das den Konflikt auch weiter eskalieren. Vor allem, wenn es weniger um Sachliches, sondern mehr um die Beziehungsebene geht.


Anzeige:

Die Arbeitswelt braucht agile Coachs, um Selbstorganisation, Innovation und neues Rollenverständnis zu implementieren. Die Neuerscheinung „Agiler Coach: Skills und Tools“ liefert für jeden agilen Coach eine beeindruckende Bandbreite an Grundlagen, Methoden und Werkzeugen für die Team- und Mitarbeiterentwicklung im agilen Arbeitsalltag. Zum Buch...


Die Ausführungen der Autoren Melissa Kowalski und Guido Möllering münden in der Frage, ob die unterschiedlichen Komikformen unterschiedlich hilfreich sein können. Offensichtlich braucht es Scherzkompetenz, also Wissen um die spezifischen Scherzkulturen und Fingerspitzengefühl. Scherze, die auf Kosten von anderen gemacht werden, belasten die Beziehungsebene. Wer sich abgewertet fühlt, wird entweder direkt und aggressiv oder indirekt und kontraproduktiv reagieren. So ist der Rat einleuchtend: Es ist weniger der Sarkasmus, der Konflikte entschärfen kann, sondern vielmehr die Selbstironie. Und Scherze sind in einer frühen Konflikteskalationsstufe eher geeignet als in einer höheren.

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert