12. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Sich zum Affen machen

REZENSION: Sabine Bredemeyer / Bettina Schöbitz – 163 1/2 Impulse für wirkungsvolle, lebendige Online-Meetings. BusinessVillage 2021.

In Zeiten von Corona hocken wir alle nur noch vor dem Bildschirm, sei es in Videokonferenzen, Workshops oder Training. Wir sehen uns selbst, hören anderen zu, schalten zwischendurch ab und warten darauf, dass es wieder anders wird. Aber vermutlich wird es nie mehr „wie früher“, da sind Tipps für lebendige Online-Meetings schon interessant. 


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Das Büchlein ist in acht kurze Kapitel unterteilt, es geht um Technik, Setting, Wahl der Plattform, Haltung, Vorbereitung, Erscheinungsbild, Einstieg, Umgang mit Störungen, Spielregeln und immer wieder um Teilnehmeraktivierung.

Bei der Lektüre habe ich oft gedacht, dass die Tipps doch eher Selbstverständlichkeiten sein sollten, aber das ist wohl nicht der Fall. Und in der Tat: Das eine oder andere habe ich inzwischen umgesetzt, so z.B. ganz simple Empfehlungen wie die mit dem Brillenputztuch – für die Kamera als auch die eigene Brille, die, wenn sie ordentlich verschmiert ist, genauso auch wirkt. Dass man beim T-Shirt auf den Aufdruck ebenso achten sollte wie bei der Kaffeetasse, war mir schon klar, aber dass eine Tasse immer einem Glas vorzuziehen ist, weil letzteres doch schnell ziemlich schmuddelig wird, eher nicht.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Man sieht: Das Buch ist sehr praxisorientiert, und natürlich gelten viele Tipps, z.B. die zum Aufbau und Gestaltung von Präsentationen, genauso für Face-to-Face-Meetings. Ebenso die Einhaltung von Pausen, was bei Online-Meetings aber noch dringlicher ist. Wer vor dem Bildschirm sitzt, droht ständig abgelenkt zu werden, und so mancher erledigt nebenbei seine Mails. Da ist es nur sinnvoll, ihm lieber gleich ausreichend Pausen einzuräumen. Überhaupt: Wenn „normale“ Meeting schlecht für längere Zeit unterbrochen werden können, weil die Teilnehmer wohl selten mal eben ins Büro zurückkehren können, sieht das bei Online-Veranstaltungen schon anders aus: Warum nicht in mehreren Etappen tagen? Die Teilnehmer werden es einem vermutlich danken – wenn sie vorher informiert wurden und ihren Tag sich entsprechend einteilen können. 

Die Autorinnen trennen hier nicht zwischen Meetings, Workshops und Trainings, was ich etwas schade finde. Andererseits: Die meisten Tipps lassen sich auf alle drei Formen anwenden, auch wenn bei mir der Eindruck entstanden ist, dass hier vorrangig Trainer angesprochen werden. Ob man beim Jour-fixe mit der Geschäftsleitung alle Teilnehmer wirklich auffordern sollte, mal zwischendurch für eine Yoga-Übung den Schreibtischstuhl zu verlassen, lasse ich mal offen. Dass man Teilnehmer aber immer wieder zu etwas Bewegung animiert und sich dafür „auch mal zum Affen macht„, wäre aber sicher einen Versuch wert.

Fazit

Ein gelungener kleiner Ratgeber, wenn man mal darüber hinweg sieht, dass auch hier wieder die Mär von den Lerntypen eingeflossen ist, mit der Empfehlung, dass man als Moderator darauf achten sollte, welchen „Kanal“ die Teilnehmer bevorzugen. Dass man immer alle Kanäle ansprechen sollte, versteht sich hoffentlich von selbst.

Eine Reihe von acht praktischen Tipps aus dem Buch gibt es in der Ideenfabrik.

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