14. August 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Young Leader

KRITIK: Das ist ein ernsthafter Vorschlag des Präsidenten einer „Leadership Academy“: Führung sollte als Profession begriffen werden. Und wenn jemand Talent zum Führen hat, dann sollte er schnell Führungsaufgaben übernehmen „ohne Umweg über eine Bewährung in einer Fachfunktion.“ (Vom Führungstalent zum Young Leader). Natürlich soll er entsprechend ausgebildet sein. Eine gute Idee?

Die Argumentation ist wie folgt: Es hat sich nicht sonderlich bewährt, Experten zu Führungskräften zu machen. Da wäre es doch sinnvoller, schon in jungen Jahren zu schauen, wer die Neigung zur Führung verspürt und wer das notwendige Talent dazu hat. Wobei Neigung wichtiger ist als Eignung, denn „Eignung kann durch Weiterbildung und / oder andere Qualifizierungsmaßnahmen verbessert werden.“ Natürlich weiß auch der Autor, dass sich der Führungsbegriff gerade wandelt, und er will die Talente auch nicht mit disziplinarischer Personalverantwortung versehen. Sie sollen kleinere Führungs- oder Projektleitungsaufgaben übernehmen. Diese Führungskräfte bekommen auch einen Titel: „Young Leaders“.


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Also wird vor allem geprüft, ob jemand „den inneren Wunsch zur Übernahme von Führung“ verspürt und nicht lediglich aus Geld- oder Statusgründen eine Führungslaufbahn anstrebt. Kann er dies glaubhaft machen, schaut man sich seine Kompetenzen an, und die klingen heutzutage so:

Anforderungskatalog

Grundsätzliche Wertschätzung anderer Menschen, ein Selbstverständnis der eigenen Rolle als aktiver, nicht autoritär dominierender Part im Arbeitsprozess, ein empathischer und partizipativer Umgang mit anderen Menschen, eine starke Willenskraft zur Zielerreichung bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Anforderungen des Unternehmens und der Bedürfnisse der Mitarbeiter, Bewusstsein der eigenen Grenzen bei gesundem Selbstbewusstsein und der Bereitschaft, sich stetig zu verbessern, kontinuierliche Selbstreflexion, offensive Einforderung von Feedback, transparenter Umgang mit eigenen Fehlern und ein gesundes Maß an Enttäuschungstoleranz.

Na, das ist ja mal ein klarer Anforderungskatalog, die entsprechende Ausbildung erhalten die „Young Leaders“ im Rahmen des Masterstudiengangs an der Europa-Universität Flensburg. Im Ernst – ich habe kein Problem damit, dass solche Kompetenzen schon an de…

Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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