24. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Falsche Fragen?

PRAXIS: Das Einstellungsinterview geht in die letzte Runde, da fragt der Interviewer: „Haben Sie noch Fragen?“ Wohl dem Kandidaten, der hierauf nur gewartet und sich vorbereitet hat. Denn, das ist ja bekannt: Der letzte Eindruck bleibt besonders gut haften. Doch Achtung: Es gibt gute und weniger gute Fragen für den Abschluss eines Bewerbungsgesprächs.

Erklären zumindest Experten im Harvard Business Manager (Das Beste kommt zum Schluss). Wirklich überraschend ist das alles nicht, aber mein Eindruck ist auch, dass längst nicht jeder Bewerber sich traut, am Schluss die Chance für einen guten Eindruck zu nutzen. Was also sind gute Abschlussfragen? Ein Rat: Beginnen Sie mit den Worten: „Ich habe tatsächlich noch Fragen, aber vorher möchte ich Ihnen noch etwas über mich erzählen …“ Ein riskanter Tipp, wie ich finde. Sicher, wenn es zu diesem Zeitpunkt immer noch eine Sache gibt, die Sie gerne losgeworden wären, aber für die sich einfach keine Gelegenheit bot, dann sollten Sie vielleicht zu dem „Trick“ greifen. Aber nur dann, wenn es wirklich etwas von Bedeutung ist, sonst laufen Sie Gefahr, als Schwätzer und Aufschneider dazustehen.

Viele Fragen

Also lieber die Fragen stellen, die Sie vorbereitet haben. Ein erster Tipp: Fragen Sie nicht um des Fragens willen. Also etwa Dinge über das Unternehmen, die Sie genauso auch bei Google oder in anderen Quellen finden. Kommt nicht gut an. Fragen nach der Unternehmenskultur oder dem Betriebsklima sind auch nicht clever, da werden Sie kaum eine ehrliche Antwort erhalten.

Die Experten halten auch nichts davon zu fragen, wie das mit Gehaltssteigerungen funktioniert, wie schnell man aufsteigen kann, wie es mit freiwilligen sozialen Leistungen aussieht oder wie viel Urlaubstage einem zustehen. Mag sein, dass solche Fragen am Schluss des Gesprächs vielleicht nicht zu clever sind, aber sie gar nicht zu stellen, finde ich auch seltsam. Ich finde es legitim wissen zu wollen, wie es um Urlaub, Sozialleistungen und Gehaltsentwicklung aussieht.

Die Liste der „33 klugen Fragen“

Und welche Fragen sollte man stellen? Hier eine kleine Auswahl:

  • Wie läuft der Prozess der Leistungsbeurteilung?
  • Nach welchen Kriterien wird meine Arbeit bewertet?
  • Was sind die vermutlich größten Herausforderungen, denen ich auf der Stelle begegnen werde?
  • Was können Sie mir konkret über das Team sagen, in dem ich arbeiten werde?
  • Mit wem werde ich besonders eng zusammen arbeiten?
  • Was können Sie mir über meine Vorgesetzten sagen?
  • Wie werden neue Mitarbeiter eingearbeitet?
  • Gibt es regelmäßige Teambesprechungen?
  • Gibt es gemeinsame Veranstaltungen mit anderen Teams?
  • Wie lauten die nächsten Schritte im Einstellungsprozess?

Es ist in der Tat schlau, sich vorab drei bis fünf dieser oder ähnlicher Fragen auf einen Zettel zu notieren (sie die ganze Zeit im Kopf zu haben, dürfte die Konzentration auf gestellte Fragen beeinträchtigen). Und den Zettel darf man getrost aus der Tasche ziehen, wenn es soweit ist. Das zeugt von guter Vorbereitung. Am besten auch die Fragen priorisieren, denn wenn einem nur wenig Zeit gegeben wird, dann muss man sich vielleicht mit einer oder zwei Fragen begnügen. Auch wenn die Experten vor allem das Ziel betonen, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen – ich würde die Fragen auswählen, die Sie besonders reizen bzw. deren Antworten Sie besonders interessieren.

Eine besonders reizvolle hier zum Abschluss – wenn man sich denn traut. Wenn die Person die zukünftige Führungskraft ist (aber warum nicht auch, wenn es der Personalchef ist), fragen Sie doch mal: „Was gefällt Ihnen denn an der Arbeit hier besonders? Was bereitet Ihnen besonders viel Freude?“ An die Frage wird er sich bestimmt noch länger erinnern …

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