22. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Mit angezogener Handbremse

INSPIRATION: Greenwashing muss man nicht erklären. Die Nachhaltigkeitslüge ist als Marketingpraxis längst bekannt. Und ebenfalls, dass Kunden solches durchschauen und es Unternehmen dann übel auf die eigenen Füße fällt. Doch was ist Pinkwashing?

Damit bezeichnet man das öffentliche Propagieren von Diversity & Inclusion (D&I) durch Unternehmen, beispielsweise zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität. Aber intern hat es keine Konsequenzen. Es wird geheuchelt, nicht gelebt. Mitarbeitende wollen aber immer weniger ihr Privatleben verstecken – aus Angst vor sozialem Ausschluss oder Diskriminierung. „Entsprechend bewerten junge Fach- und Führungskräfte die Arbeitgeberattraktivität nicht mehr nur vor dem Hintergrund von Karrierechancen und Einkommen. Auch die Diversity-Dimension der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität spielt dabei eine Rolle,“ so Autorin Andrea Gurtner (Pinkwashing).


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Fehlende Sensibilität

Wer mit angezogener Handbremse fährt, fehlt beim gemeinsamen Mittagessen oder Teamevent. „Es fehlt der Austausch, Kolleginnen und Vorgesetzte nehmen sie oder ihre Potenziale weniger wahr.“ Es geschieht, nicht nur aus bösem Willen, sondern oft schlicht automatisch. Weil niemand sensibel für das Thema ist. Wenn der Christopher-Street-Day ansteht, holte man die Regenbogenfahne heraus. Einen Tag später wird sie wieder eingemottet.

Die Angst vor dem Outing wird den Betroffenen so nicht genommen – im Gegenteil. Sie fürchten schlicht negative Konsequenzen im Alltag. Leichter würde es ihnen gemacht, wenn es im Unternehmen bereits Vorbilder gäbe, die offensiv ihre Identität zeigen. Noch besser: Wenn es auch Führungspersonen gäbe, die sich öffentlich im Unternehmen geoutet hätten.

Diversity & Inclusion Diversity ist hilfreich, doch bloß der erste Schritt. Es braucht auch Inklusion. Die Vielfalt muss auch gut gemanagt werden. Nötig sind dafür die offensichtliche Unterstützung von oben und gute organisatorische Maßnahmen im Alltag, damit Synergie entstehen kann. Ob ein explizites Diversity-Management allerdings der Weisheit letzter Schluss ist, darf kritisch bezweifelt werden (Bloß nicht die Fahne hissen). Letztlich bedarf es eines Kulturwandels. Und das ist, wie wir schon lange wissen, ein Marathon.

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