PRAXIS: Die virtuellen Meetings gehören inzwischen zum Standard im Unternehmensalltag. Leider verlaufen sie oft wenig produktiv. Wie in der Forschung inzwischen erkannt, eignen sie sich nicht für jede Fragestellung gleichermaßen und man kann jede Menge Fehler machen. Wer um die Klippen weiß, kann sie gut meistern.
Schwierig wird es, wenn man virtuelle Meetings 1:1 wie Präsenzmeetings für Anliegen nutzt, für deren Bearbeitung sie wenig taugen: Für kreative Sessions, das Konfliktmanagement oder die Entscheidungsfindung (Wessen einziges Instrument ein Hammer ist). Denn Online-Kommunikation funktioniert anders als Präsenzkommunikation. Was die Wissenschaft inzwischen sehr gut erklären kann (Das Schlechteste aus beiden Welten), fassen die Autoren Kraus und Waible (Problemlösung mit Perspektiven) eher lapidar so zusammen: „Alle Teilnehmenden sind so darauf konzentriert, die Gelegenheit, das Wort zu ergreifen und die eigene Sichtweise darzulegen, nicht zu verpassen, dass sie den Ausführungen der anderen nicht wirklich zuhören.“
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Die Lösung dieser „Ja-aber“-Gemengelage verspricht der Einsatz eines interaktiven, moderierten Settings. Warum man hierfür auf die Methode des Action Learnings verweisen muss, hat sich mir nicht erschlossen. Dem Altmeister der Gruppendynamik, Kurt Lewin, wurde schon so allerlei in die Schuhe geschoben. Sei’s drum. Aber das vorgeschlagene Vorgehen kann durchaus überzeugen. Gebraucht wird ein virtueller Meetingraum, ein Collaboration Tool und ein funktionales virtuelles Whiteboard. Im Weiteren wird geschickt mit Einzel- und Teamarbeit operiert – wie man das vom Brainwriting her kennt. Zunächst schildert ein Teilnehmer ein Problem mit Auswirkungen und vermuteten Ursachen. Die Teilnehmerinnen machen sich still Notizen dazu – entweder per Hand oder schon auf dem gemeinsamen Board, wobei diese Beiträge noch privat, also noch nicht freigeschaltet sind. So wird geschickt Perspektivenvielfalt generiert.
Zerreden vermeiden
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