4. März 2024

Das Beste aus der Fachliteratur

Dem Ingenieur ist nichts zu schwör

KRITIK: Das Problem ist altbekannt: Wie kann man interne Bewerbungen fördern? Denn im Unternehmen gibt es allerlei Kompetenzen, man kennt sie nur oft nicht. So auch bei der Telefónica Deutschland. Das wäre zunächst einmal HR als Defizit anzukreiden. Diese holt sich externe Hilfe beim bayrischen Start-up Cobrainer (Verborgene Talente entdecken).

Gemeinsam setzt man das Projekt Beyond auf, das mithilfe einer KI-getriebenen Plattform für die interne Stellenbesetzung und das Kompetenzmanagement sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Mitarbeitenden sorgen soll. Denn bei Telefónica Deutschland ist man der Überzeugung: Jeder Mitarbeiter ist viel mehr als sein aktueller Job – vor allem in Zeiten von Agilität. Jeder Mitarbeiter kann sich nun auf der digitalen Plattform registrieren und ein eigenes Jobprofil erstellen. Man nennt das Self Service. Dann scannt die KI den Lebenslauf und ermittelt die wichtigsten Skills. Daraus entsteht schließlich eine umfangreiche Datenbank mit über 1.000 Profilen und über 2.000 verschiedene Fähigkeiten. Auf diese Weise hofft man, verborgene Fähigkeiten aufzudecken.


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Das soll die Mitarbeiter in Bewegung bringen. Interne Bewerbungen nehmen nun zu. Das Unternehmen freut sich. Wie das Detektieren von Skills funktionieren soll, wird allerdings nicht erläutert. Immerhin handelt es sich um eine nicht triviale Aufgabe. An der schon eine ganze Generation von Wissensmanagern verzweifelt ist. Auch auf grundlegende Fragen der Eignungsdiagnostik (DIN 33430) wird in diesem Beitrag nicht eingegangen. Vielmehr drängt sich der Eindruck auf, Skills seien so etwas wie Entitäten, die man – kontextunabhängig – konfigurieren und mit ebensolchen Jobs zusammenstöpseln könne. Wie sich IT-ler halt die Welt vorstellen, könnte man lästern. Es ist immer wieder erheiternd zuzuschauen, wie IT-Zauberer schlichte Geschichten mittels – simsalabim: KI! – zu Erfolgsgeschichten aufhübschen. Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich. Aber heißt es nicht anderswo: garbage in, garbage out?

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