INSPIRATION: Vom Autor stammt ein zehn Jahre alter Rückblick auf 30 Jahre Organisationsentwicklung (OE), auf die Geschichte ihrer Professionalisierung, Ausdifferenzierung und Akzeptanz. Sie endet mit dem Fazit, dass OE als Frage nicht mehr ohne ihren Kontext diskutiert werden könne. Und dieser Kontext sei die Nachhaltigkeit von Wirtschaften. Schon die Finanzkrise von 2008 hatte offenbart: Wir sitzen alle in einem Boot. Die organisierte Verantwortungslosigkeit durch eine systemische Entkopplung führt in weltweite Krisen, die sich niemand wünschen kann.
Autor Joachim Freimuth (Nicht mehr normal) unterteilt – sozusagen als Fortsetzung seines Rückblicks auf 30 Jahre – die jüngste Dekade in drei Abschnitte:
Anzeige:
Die Arbeitswelt braucht agile Coachs, um Selbstorganisation, Innovation und neues Rollenverständnis zu implementieren. Die Neuerscheinung „Agiler Coach: Skills und Tools“ liefert für jeden agilen Coach eine beeindruckende Bandbreite an Grundlagen, Methoden und Werkzeugen für die Team- und Mitarbeiterentwicklung im agilen Arbeitsalltag. Zum Buch...
- Optimismus: Präsidentschaft von Barack Obama, arabischer Frühling
- Ernüchterung: Nahost-Konflikt, Flüchtlingskrise, Terror, Brexit-Diskussion, Präsidentschaft von Donald Trump
- Krisenbewusstsein: Extreme Wetterlagen, populistische Politik, Digitalisierung, Pandemie
Sein Fazit: Die Krise ist bei uns zuhause angekommen: „Disruptive Innovationen, Zerstörung und riskante Erneuerung, allgegenwärtige Krisen und eine ungebremste Effizienz-Diktatur – das ist zusammengefasst das Szenario, in dem sich Change Management in diesem Jahrzehnt bewegt.“ Das Change-Verständnis spiegelt seiner Meinung nach die genannten drei Phasen wider.
Phase 1
Auch OE startet noch pragmatisch in die 10er-Dekade: Mit prall gefüllten Tool-Books, der von Kübler-Ross adaptierten (und fürs Change-Management umgedeuteten) sogenannten Change-Kurve, deren implizite Botschaft lautet: Shit happens! In der Rede vom „normalen Wahnsinn“ sind Krisen bloß Ausnahmen von der Regel. Am Ende wird alles gut!
Mitte der Dekade nimmt die Digitalisierung Fahrt auf und erschüttert gar manche Grundfeste. Disruption wird in großem Stil sichtbar. Was wäre, wenn Lewins Phasenmodell (unfreeze – move – refreeze) unbrauchbar würde, weil es keinen Anfang und kein Ende mehr gäbe? Keine schrittweise (inkrementelle) Veränderung – und damit auch keine Referenzpunkte mehr: Nur noch Change. Was tun?
Phase 2
Das neue Programm lautet…
