22. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Mobilitätsprämie

KRITIK: Kennen Sie so etwas in Ihrem Unternehmen? Es gibt nur wenige Parkplätze,\n die bestimmten Mitarbeitern zur Verfügung stehen, der Rest fühlt sich benachteiligt. Oder viele kommen mit dem Wagen zur Arbeit, wobei sich durchaus Fahrgemeinschaften anbieten oder die Strecke mit dem Rad zu bewältigen ist. Eine Mobilitätsprämie sorgt für Verhaltensänderung.

Ich reagiere bei jeder Art von Prämiensystem, mit dem man Menschen erziehen möchte, skeptisch. In erster Linie deshalb, weil ich davon überzeugt bin, dass es zum einen viel nachhaltiger ist, wenn das Motiv für eine Verhaltensänderung unmittelbar etwas mit dem Verhalten zu tun hat (also zum Beispiel dass ich mich kooperativ verhalte, weil ich mich in einer kooperativen Umgebung wohler fühle als in einer wettbewerbsorientierten und nicht, weil mir mein Arbeitgeber Prämien für kooperatives Verhalten in Aussicht stellt). Zum anderen fürchte ich, dass jedes Prämiensystem die Gefahr birgt, dass Menschen ihre Intelligenz dazu nutzen, es auszutricksen.


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Letzteres könnte bei dem hier vorgestellten Beispiel durchaus auch passieren. Der Versandhändler Kaiser und Kraft hat ein einfaches Punktesystem entwickelt. Wer mit dem Rad zur Arbeit kommt, erhält acht Punkte pro gefahrenem Kilometer, wer mit Bus und Bahn kommt, 2 Punkte und wer eine Fahrgemeinschaft bildet, einen Punkt. Mit einer Formel, die von 3 Punkten an 220 Tagen im Jahr und 19 zurückgelegte Kilometer ausgeht, kam man auf maximal 12.540 Punkten pro Jahr kommen, die zu einer Prämie von 600 Euro führt.

Die Deckelung soll für mehr Fairness führen – was wohl bedeutet, dass Mitarbeiter, die nahe am Arbeitsplatz wohnen, nie auf diese Summe kommen können. Also hat man einen Mittelwert gewählt. In dem Artikel (Benefit für Umwelt und Belegschaft) wird nicht beschrieben, wie das Fahrverhalten konkret erfasst wird. Es klingt so, als baue man hier auf Vertrauen und jeder gibt selbst an, an wie vielen Tagen er mit dem Rad, der Bahn oder mit dem Auto gekommen ist. Würde ja auch sinnvoll sein, ein umfangreiches Kontrollsystem würde sicher die Geschichte kompliziert machen und am Ende unattraktiv machen.

Hoffen wir, dass es zu dem gewünschten Effekt führt. Der eine oder andere wird sicherlich diesen Anstoß zum Anlass nehmen, etwas für die eigene Gesundheit und den Geldbeutel zu tun und sein Verhalten ändern. Selbst wenn das bei manchem nicht von langer Dauer ist…

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