12. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Seminarfahrplan für Konflikttrainings

REZENSION: Thomas Schmidt – Konfliktmanagement-Trainings erfolgreich leiten. (6. Aufl.) managerSeminare 2018.

Ein fertiger Seminarfahrplan – was kann sich ein Trainer mehr wünschen? Wobei das Thema alles andere als einfach zu „lehren“ ist. Sicher, man kann eine Menge Theorie verbreiten, und vielleicht wäre es manchem Teilnehmer auch lieber, erzählt zu bekommen, was er denn im Konfliktfall zu tun hat als in Rollenspielen selbst zu agieren und sein Konfliktverhalten zu „testen“.


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Dieser Fahrplan bietet beides. Er enthält zahlreiche „Mini-Vorträge“ zu bekannten Theorien wie dem Modell nach Glasl, zum Harvard Konzept, dem Persönlichkeitsmodell nach Riemann oder dem Inneren Team nach Schulz von Thun. Diese kurzen Inputs sind illustriert mit selbstgestalteten Flipchart-Blättern, die sich im Laufe des Vortrages fortentwickeln. Nach den Inputs folgen jeweils mehrere Übungen, seien es Rollenspiele, die mit kompletten Rollenvorgaben vorgestellt werden, Gruppenübungen oder kollegialen Beratungsrunden.

3 Seminartage

  1. Tag: Kennenlernen, Formulierung von Lernzielen, Konfliktdefinition und Konfliktarten, Selbstreflexion, Kleingruppenarbeit zu Konfliktlösungen.
  2. Tag: Eskalationsstufen von Konflikten, Konflikte konstruktiv ansprechen, Umgang mit Kritik, Konfliktstile mit Selbsteinschätzungsbogen
  3. Tag: Harvard Konzept, Konfliktgespräche führen, Umgang mit Emotionen, Umgang mit inneren Konflikten (Innere Team), Praxisberatung zu bestehenden Konflikten.

Auffallend ist der enge Zeitplan – ich habe mich an einigen Stellen gefragt, ob dieser realistisch ist, andererseits zeigt die Praxis, dass manche Diskussionen an Stellen entstehen, wo man nicht mit ihnen gerechnet hat, woanders aber eine Gruppenarbeit viel früher beendet ist als man geplant hat. Insofern dürften die Zeitangaben für erfahrene Trainer nur grobe Richtwerte darstellen.

Eine Variante des Trainings für Führungskräfte

Im zweiten Teil des Buches findet der Leser eine Variante des Trainings, die sich an Führungskräfte wendet. Auch dies ist ein Drei-Tagesprogramm, wobei einige Bausteine sich vom „Vorgänger“ unterscheiden. So lernen Führungskräfte das Intervenieren bei Konflikten, kritisches Feedback zu geben und sie üben das aktive Zuhören. Die Rollenspiele wurden ausgetauscht und am 3. Tag geht es vor allem um die Moderation bei Konflikten. Ob ein Tag zum Erlernen des Mediationshandwerks ausreicht, wage ich zu bezweifeln, das wäre sicher auch genügend Stoff für ein eigenes Training. Dennoch: Alles in Allem gut nachvollziehbar und in sich stimmig.

Den Abschluss bildet eine Reihe weiterer Übungen und Theoriebausteine wie eine Einführung in die Transaktionsanalyse, das Prisoners Dilemma, die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg und ein paar bekannte Anekdoten wie die der stumpfen Säge. Meines Erachtens müssen diese Inhalte zwangsläufig etwas zu kurz kommen, ohne sie hätte das Buch kaum an Wert verloren. Andererseits schaden sie aber auch nicht, wer sich mit den Modellen ein wenig auskennt, kommt hier vielleicht auf neue Einsatzmöglichkeiten.

Wie immer bei solchen fertigen Konzepten würde ich niemandem empfehlen, es eins zu eins umzusetzen – was erfahrene Trainer ohnehin nie machen würden (hoffe ich mal). Die einzelnen Bausteine sind so ausführlich und verständlich beschrieben, dass man sie als Trainer in eigene Konzepte integrieren und bei Bedarf auch variieren kann. Ich habe bei einem Training zum Thema „Kundenbeschwerden“ die Übung „Emotionen benennen“ eingesetzt – mit schönen Aha-Erlebnissen.

Mein Fazit: Sehr nützlich und hilfreich und in den Händen eines erfahrenen Trainers ein Schatzkästlein.

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