22. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Soft Skill Bootcamp

PRAXIS: Ihre Mitarbeiter benötigen ein Training in Sachen „Soft Skills“? Sie können Sie auf eine externe Veranstaltung schicken, Anbieter gibt es genug. Oder Ihre Personalentwickler konzipieren zusammen mit externen Trainern ein passendes Programm. Oder aber Sie binden die Führungskräfte ein und veranstalten ein Boot Camp (Soft Skills im Bootcamp trainieren).

Letzteres ist eine Art Trainingslager, wo an verschiedenen Stationen unterschiedliche Fähigkeiten trainiert werden. So wie beim Zirkeltraining, wo man an der einen Station seine Bauchmuskeln, an der nächsten die Rückenmuskeln und an der dritten den Bizeps betätigt. Natürlich klärt man vorher, wozu man das Ganze veranstaltet, welche Haltung die Beteiligten vertreten und wie das gemeinsame Ziel lautet.


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An der Konzeption beteiligt werden die Personalentwickler als Vertreter von HR, die Führungskräfte der Bereiche, deren Mitarbeiter trainiert werden sollen und vielleicht noch ein externer Weiterbildungsexperte. Warum die Führungskräfte? Weil diese im Bootcamp als Trainer an den einzelnen Stationen arbeiten sollen, also Vorbild und Trainingspartner in einem sind. Das erhöht ihre Akzeptanz und Glaubwürdigkeit – hoffen wir zumindest. Aber hier erst mal das Vorgehen, das aus mehreren „Sprints“ besteht (jeweils zwei bis drei Wochen):

  1. Sprint: Hier geht es darum zu klären, welche Soft Skills genau trainiert werden sollen. Dazu führen die Führungskräfte Gespräche mit ihren Mitarbeitern, um herauszufinden, wo es manchmal hakt und woran das liegt. So findet sie Antworten auf die Frage: „Die Schulung welcher Soft Skills könnte dem Problem entgegenwirken?“Dann werden die Trainingsthemen erarbeitet, die Führungskräfte und Experten stellen Material zusammen, das sie vielleicht aus früheren Trainings noch im Regal oder auf dem Rechner haben (Übungssammlungen, Trainingsleitfäden, Videos etc). Am Ende steht fest, wie lange das Camp dauern soll (ein oder zwei Tage), wie viele Teilnehmer eingeladen werden, wie viele Stationen es gibt und wie groß die einzelnen Trainingsgruppen sein sollen (etwa sechs Personen hat sich bewährt).
  2. Sprint: Nun arbeiten sich die einzelnen Führungskräfte in ihre Themen ein, recherchieren Übungen oder entwickeln selbst welche, die Rohentwürfe stellen sie dem Konzeptionsteam vor. Die Übungen werden getestet, indem die Führungskräfte in die Rolle der Teilnehmer schlüpfen und sie aus deren Sicht erleben.
  3. Sprint: Nach den Erfahrungen aus Sprint 2 werden die Übungen finalisiert und noch einmal durchgespielt. Hier geht es auch darum herauszufinden, ob der Zeitplan funktioniert, die Länge der Übungen hinhaut und genügend Luft zwischen den Stationen vorhanden ist.
  4. Sprint: Schließlich werden die organisatorischen Details geklärt: Wo im Raum werden die Stationen aufgebaut? Welches Material wird benötigt? Wie signalisiert man die Wechsel usw.

Im Bootcamp werden die Teilnehmer bunt gemischt, läuft es über zwei Tage, bietet sich an, am zweiten Tag neu zu mischen. Am Ende geben die Teilnehmer Feedback, sei es in Murmelgruppen oder im Plenum. Da die Führungskräfte als Trainer fungiert haben, können sie später im Berufsalltag auch beim Transfer unterstützen, dann eher in der Rolle eines Coachs.

Klingt interessant, aber ich habe auch einige Fragezeichen im Kopf. Die Idee, aus Führungskräften Trainer zu machen, hat was für sich, aber ich bin auch skeptisch, was ihre Qualifikation hierfür betrifft. Um als Trainer authentisch und überzeugend zu sein, bedarf es schon einer umfangreichen Erfahrung und Ausbildung – woher sollen Führungskräfte diese nehmen? Sie wären maximal „Assistenztrainer“ in meinen Augen, die „Oberaufsicht“ sollte bei qualifizierten Experten liegen. Solche Bootcamps ganz in Eigenregie zu entwickeln, könnte zu einem bösen Boomerang werden.

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