13. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Viel reden

INSPIRATION: Warum eigentlich kommt es nicht viel häufiger vor, dass sich zwei Führungskräfte einen Job teilen? Und das nicht nur an der Unternehmensspitze, sondern auch auf anderen Führungspositionen im Unternehmen? Erfolgreiche Beispiele hat die Wirtschaftswoche aufgespürt (Es kann nur beide geben).

Beim Lesen dachte ich: Wenn schon nicht Führungsaufgaben je nach Herausforderung oder Kompetenzen im Team verteilen, dann vielleicht wenigstens halbieren – klingt nach einer vernünftigen Idee. Bei Idealo scheint das zu funktionieren. Das fängt schon an der Spitze an, wo es drei Geschäftsführer gibt. Aber auch in den anderen Ebenen teilen sich Mitarbeiter einen Führungsjob, 35 von 50 Stellen sind doppelt besetzt.


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Befragt, was denn die wesentlichen Voraussetzungen dafür sind, dass die Sache funktioniert, ist eine Antwort sehr einfach: „Wir reden viel miteinander. Das ist der Schlüssel.“ Was nicht wirklich erstaunt. Der Trend spricht für diese Form der Hierarchie, die Doppelspitze ist in aller Munde. Was im Grunde zu der Forderung nach Teamfähigkeit, nach Kooperation und Augenhöhe passt. Weitere wesentliche Voraussetzungen sind sicherlich, dass man die gleichen Ziele verfolgt (was wiederum viel Kommunikation erfordert) und sich auf der menschlichen Ebene versteht. Und zum Beispiel bereit ist, neben der Verantwortung auch die Anerkennung zu teilen.

Auch für Familienunternehmen bietet sich so eine Lösung an – warum immer nur das eine Kind zum Nachfolger machen? Wenn es denn passt und die Arbeitsgebiete sich auch von den Kompetenzen gut verteilen lassen – warum nicht? So wie bei Engelbert Strauss – da ist der eine Bruder für das Marketing, der andere für die Finanzen zuständig. Auch dort heißt es, dass der „Schlüssel zum Doppel-Erfolg“ die ständige Kommunikation sei. Was man zum Beispiel auch dadurch fördern kann, indem die beiden Amtsinhaber sich das Büro teilen.

Als Vorteile werden genannt, dass die Entscheidungen eines Tandems gründlicher durchdacht sind und dass so manches auch das Leben erleichtert. Zum Beispiel kann der eine getrost in Urlaub fahren und mal auf das Lesen seiner Mails verzichten, während der andere die Stellung hält.

Und was ist, wenn man sich mal partout nicht einigen kann? Bei Strauss hat man das unkonventionell, aber höchst effektiv gelöst: Dann sieht die Familienfassung einen Münzwurf vor. Was aber wohl noch nie passiert ist, offenbar führt der Austausch und das gleiche Ziel dazu, dass man immer zu einer gemeinsamen Entscheidung findet. Gefällt mir gut.

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