4. April 2025

Management auf den Punkt gebracht!

Lerninhalte durchmischen

INSPIRATION: Das klingt erst mal gewöhnungsbedürftig. Statt die Dinge, die wir lernen und behalten wollen, zu bündeln und in eine Ordnung zu bringen, sollten wir sie uns lieber gemischt vornehmen. Ersteres hilft zwar beim Auswendiglernen, aber um Zusammenhänge und Muster zu erfassen, taugt es weniger. Das ist das Ergebnis eines Experimentes, das der Neurowissenschaftler Henning Beck in der managerSeminare vorstellt (Die Crux mit der Ordnung).

Die Anordnung ist denkbar einfach: Der einen Gruppe wurden Bilder verschiedener Maler nacheinander angeboten, also erst x Bilder von Maler A, dann x Bilder von Maler B usw. Der zweiten Gruppen wurden die Bilder durcheinander präsentiert, anschließend wurde getestet, was die beiden Versuchsgruppen gelernt hatten.


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Fragte man sie, von welchen Malern einzelne Bilder stammten, dann schnitt die erste Gruppe besser ab. Zeigte man ihnen hingegen Bilder, die nicht zu der Versuchsreihe gehörten, dann konnten die Teilnehmer der zweiten diese besser den einzelnen Malern zuordnen. Sie hatten offenbar das Typische, das Prinzip hinter den Malstilen verstanden, die erste Gruppe hingegen mehr auswendig gelernt.

Auswendig lernen oder verstehen?

Interessant ist an dem Experiment auch, dass die Teilnehmer auch nach dem Versuch davon überzeugt waren, mit der Blockmethode besser lernen zu können, selbst als sie mit dem Ergebnis konfrontiert wurden. Vielleicht deshalb, weil wir beim klassischen Lernen immer noch Dinge auswendig lernen müssen?

Was machen wir aus den Erkenntnissen? Worin liegt der Anwendungsnutzen? Der Autor empfiehlt Trainern, die echtes Verständnis bei ihren Teilnehmern aufbauen wollen, ihre Inhalte abzuwechseln. Mag sein, dass es Trainingsinhalte gibt, wo das sinnvoll ist, aber die Trainingskonzepte, die ich kenne, packen ohnehin so viele Inhalte in kurze Zeitblöcke, dass es zu irgendwelchen Wiederholungen ohnehin nicht kommt. Insofern kann man bei dieser Art Training eigentlich nicht von „Lernen“ sprechen.

Eher sinnvoll erscheint es mir für Lernende, die sich auf eine Prüfung vorbereiten, hieraus Tipps abzuleiten. Ist stures Auswendiglernen angesagt, dann sollten sie wie gewohnt ihr Lernprogramm nach Themen sortieren und sich eins nach dem anderen einverleiben. Wenn sie aber wissen, dass die Prüfung Anwendungsfälle beinhaltet, bei denen man verschiedene Prinzipien verstanden haben muss, dann sollten sie die Übungsaufgaben mischen. Auf jeden Fall wird letzteres deutlich mehr Spaß machen.

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Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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